Und es hat Zoom gemacht (9): Dechen und Vincent

Tobias Ilg

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Und die Liebe. In unserer Serie "Und es hat Zoom gemacht..." erzählen Paare, wie sie zueinander gefunden haben. Heute: Dechen Campo (22, aus Barcelona) und Vincent Bejon (20, aus Freiburg), seit gut eineinhalb Jahren ein Paar.



Dechen studiert in Barcelona Jura, Vincent besucht ein spanisches Gymnasium, ebenfalls in der Hauptstadt Kataloniens. Seit Sommer 2008 sind die beiden ein Paar. Zuerst führten sie eine Fernbeziehung. Das Besondere: Die Flüge finanzierte sich der damals 19-Jährige mit dem Sammeln von Pfandflaschen. Doch die große Entfernung und das seltene Sehen wurde beiden zuwider. Vincent entschloss sich im März 2009 zu einem Neustart mit seiner großen Liebe. Er brach die Schule ab und kehrte Deutschland den Rücken.


Wo habt ihr euch kennengelernt?

Vincent: Im Urlaub in den Pyrenäen. Wir sind beide Buddhisten und trafen uns vor einem Tempel. Ich war so aufgeregt, normalerweise bin ich nicht so schüchtern, aber sie sorgte dafür, dass ich kein Wort aus meinem Mund brachte.

War es Liebe auf den ersten Blick?

Dechen: Ich fand ihn interessant, die Liebe allerdings kam erst, nachdem wir uns besser kennengelernt hatten.

Vincent: Also für mich war es die Liebe auf den ersten Blick. Sie ist wirklich meine Traumfrau!



Wie kamt ihr zusammen?

Vincent: Leider haben wir uns die folgenden zwei Wochen nach unserem ersten Treffen nicht mehr gesehen. Ich war in Spanien, um bei Bekannten zu arbeiten. Über Freunde kam der Kontakt aber wieder zustande – wir trafen uns zufällig.

Dechen: Wir haben viel miteinander gequatscht und gelacht. Dann habe ich ihn einfach mal zum Mittagessen bei uns zu Hause eingeladen.

Vincent: Das war der Zeitpunkt, an dem ich wusste, dass sie DIE Frau ist, mit der ich zusammen sein möchte.

Dechen: Wir haben uns dann die folgenden Tage immer abends getroffen, den Sternenhimmel angeschaut und lange Spaziergänge gemacht.

Vincent: Zwei Tage später passierte es: Wir küssten und gestanden uns gegenseitig die Liebe.

Welches Ereignis hat eure Liebe geprägt?

Dechen: Das Durchhalten der Fernbeziehung. Es gab Phasen, da wusste ich nicht mehr, ob das auf Dauer klappen würde.

Vincent: Doch dann habe ich meine Sachen gepackt, die Schule abgebrochen und bin zu ihr nach Barcelona geflogen. Diesen Schritt für eine Liebe zu gehen prägt und zeigt, wie ernst es mir war und ist.



So ernst, dass du dir die Flüge sogar mit dem Sammeln von Pfandflaschen finanziert hast.

Vincent: Stimmt. Ich habe die komplette Stadt von Flaschen befreit und einen handfesten Streit mit unserem damaligen Hausmeister in Kauf genommen (lacht). Pro Tag kamen da sicherlich um die fünf Euro zusammen. Durch frühzeitiges Buchen hielten sich die Kosten für einen Flug in Grenzen. Harte Arbeit, die sich gelohnt hat.

Was war euer schönster Moment in der vergangenen Woche?

Vincent: Wir waren an dem Ort, wo wir uns kennengelernt haben. Zusammen mit einem guten Freund von uns.

Dechen: Natur pur, einfach mal Abschalten vom Stress der Uni. Das war schön.

Was findet ihr an eurem Partner besonders toll?

Vincent: Dass sie immer für mich da ist und mir zeigt, wie sehr sie mich liebt.

Dechen: Er kocht toll! Und er kümmert sich sehr gut um mich.

Welche Macken liebt ihr auch?

Dechen: Ich liebe es auch, dass er soviel isst. Er stopft immer Unmengen von Essen in sich hinein.

Vincent: Ehrlich gesagt habe ich bisher noch keine Macke bemerkt.



Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Vincent: Dechen muss fürs Studium kommenden Sommer erst einmal ins Ausland. Vielleicht einmal heiraten, Kinder kriegen...

Dechen: ...vielleicht aber auch nicht. Wir lassen alles auf uns zu kommen, ohne Druck. Alles kommt, wie es kommen soll...

Vincent: ...und das ist gut so!

Was ist euer Liebesrezept?

Dechen: Absolute Ehrlichkeit!
Vincent: Ein Team sein und keinen Druck auf den anderen ausüben. Alles wird gut laufen, wenn man mit einem reinen Herzen zusammen gegen das angeht, was auf einen zu kommt.

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