Und es hat Zoom gemacht (7): Stefanie und Markus

Romina Becker

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Und die Liebe. In unserer Serie "Und es hat Zoom gemacht..." erzählen Paare, wie sie zueinander gefunden haben. Heute: Stefanie Engel (27) Und Markus Ingenwerth (28), seit neun Jahren ein Paar.



Stefanie arbeitet als Krankenschwester, Markus ist Elektromechaniker. Die beiden wohnen seit drei Jahren in einer gemeinsamen Wohnung in Waldkirch.


Wie habt ihr euch kennengelernt?

Markus: Das war eine lange Geschichte, die sich drei Monate lang hinzog. Das erste Mal sah ich sie auf einer Party und dachte: „Die kenn' ich doch irgendwoher.“ Mit diesem alten Anmachspruch quatschte ich sie auch prompt an. Sie klärte mich auf, dass wir früher gemeinsam in die Realschule gegangen waren, sie war in meiner Parallelklasse. Allerdings bekam ich an diesem Abend einen ziemlichen Korb von ihr.

Wir trafen uns wieder am Kappeabend, kurz vor Fasnet. Ich war anfangs eher reserviert. Doch im Laufe des Abends kamen wir ins Gespräch. Wir tanzten und wir küssten uns. Ich gab ihr meine Handynummer, um ihr die Initiative zu überlassen. Doch dann ließ ich mein Telefon im Auto meines Freundes liegen, drei Tage lang. Super. Als ich es wieder hatte, befanden sich drei Anrufe und drei SMS von Stefanie darauf. Ich rief sie sofort an und erklärte ihr die Geschichte. Wir verabredeten uns und fuhren auf den Kandel zum Spazierengehen. Von da an trafen wir uns eigentlich jeden Tag. Sie war leicht abgeneigt gegen eine Beziehung, weil ihre vergangene enttäuschend verlief. Aber nach zehn Tagen wurden wir dann doch ein Paar.

War es Liebe auf den ersten Blick?

Markus: Ich musste ja meinen ersten Blick wieder verwerfen, weil sie mir ja 'ne Abfuhr erteilt hatte. (lacht)
Steffi: Bei mir war es deswegen keine Liebe auf den ersten Blick.

Welches Erlebnis hat eure Liebe geprägt?

Markus: Wir haben schon einiges zusammen durchstehen müssen, das uns doch sehr zusammengeschweißt hat.

Was war euer schönster gemeinsamer Moment in der vergangenen Woche?

Steffi: Dass wir jeden Abend zusammensaßen und geredet haben; ohne, dass der Fernseher lief oder sonst irgendwas war. Sonder einfach nur wir zwei.



Was findet ihr an eurem Partner besonders toll?

Steffi: Seine ruhige Art. Er rastet nie aus und ist sehr harmoniebedürftig. Wir können uns gar nicht richtig streiten. Anschreien oder Türenknallen, so was gibt’s bei uns nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, wir verstehen uns auch ohne Worte. Er lässt mich spinnen, wenn ich spinn'. Das brauch ich auch.

Markus: Sie gleicht meine Defizite aus. Beispielsweise bin ich nicht so der Ordentlichste. Sie ist sehr verständnisvoll und geduldig mit mir.

Welche Macken mögt ihr auch?

Steffi: Seine Vergesslichkeit. Früher hat es mich genervt, heute lach' ich drüber. Manchmal sucht er seinen Schlüssel und ich hab' dann richtig Spaß, weil ich weiß, wo er liegt. Und er bietet jedem seine Hilfe an. Das macht er so oft, dass er dann gar nicht mehr weiß, wo er anfangen soll.

Markus: (nach langer Überlegung) Sie ist sehr wählerisch beim Essen und alles, was sie nicht isst oder nicht mag, bekomm' ich (lacht). Und ihre Tollpatschigkeit.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Markus: Immer noch in Waldkirch. Vielleicht sind wir verheiratet. Wir sitzen dann im Sommer gemütlich mit Freunden auf dem Marktplatz, trinken ein Bierchen und ärgern die Bedienung vom Jägerhäusle.

Was ist euer Liebesrezept?

Steffi: Toleranz, Respekt. Die Individualität des anderen schätzen.

Markus: Freiheiten lassen. Zuhören.

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