Und es hat Zoom gemacht... (4): Anja und Walter

Romina Becker

Die schönsten Geschichten erzählt das Leben. Und die Liebe. In unserer Serie "Und es hat Zoom gemacht..." erzählen Paare, wie sie zueinander gefunden haben. Heute: Anja (46) und Walter (51), Cousine und Cousin und seit 13 Jahren ein Paar.



Anja Becker, eine kölsche Frohnatur, und Walter Tritschler, alteingesessener Waldkicher, arbeiten beide bei der Firma Sick. Sie haben sich jedoch nicht am Arbeitsplatz kennengelernt, sondern durch die Verwandtschaft. Denn sie sind Cousin und Cousine.


War es Liebe auf den ersten Blick?

Anja: Nein, wir kennen uns ja schon sehr lange. Aber irgendwann hat es dann auf einer Familienfeier gefunkt.

Wie sind die Reaktionen auf euer Verwandschafts- und Liebesverhältnis?

Anja: Klar gibt es komische Blicke oder überraschte Gesichter, aber hinterm Berg halten wir damit nicht. Warum auch, es ist ja nichts dabei.

Walter: Die Leute gewöhnen sich recht schnell daran und es findet auch niemand schlimm. Auch die Familie akzeptiert das inzwischen.

Welches Erlebnis hat eure Liebe geprägt?

Walter: Schwierig. Da wir verwandt sind und uns schon eine Ewigkeit kennen, gibt es kein richtig prägendes Ereignis.

Habt ihr schon als Kinder zusammen gespielt?

Anja: Da wir so weit voneinander entfernt wohnten, war das ein bisschen schwierig. Aber bei Familienfesten, Hochzeiten und Kommunionen waren wir immer zusammen und saßen stets nebeneinander.

Walter: Miteinander gespielt haben wir als Kinder nie. Aber wir haben uns immer wieder getroffen und miteinander zu tun gehabt, bis es richtig gefunkt hat.

Wie kam es zum ersten Kuss?

Walter: Äh, oje. War das nicht irgendwann an Fasnet?

Anja: Da waren wir beide noch verheiratet, also zählt das nicht, finde ich. Der erste richtige Kuss war bei einer Familienfeier. Es ging alles sehr schnell bei uns. Im Juni hat's gefunkt, im Dezember zogen wir zusammen.



Was war euer schönster gemeinsamer Moment in der vergangenen Woche?

Anja: Mittwochabend.

Walter: Was war da nochmal? Ach so, da warst du ja so betrunken.

Anja: Wir saßen in unserem Stammcafé, im M13 in Waldkirch. Da war es so witzig, dass wir einfach total versackt sind. Ein herrlicher Abend.

Was findet ihr an eurem Partner besonders toll?

Anja: Dass er nicht so ist wie andere. Er lässt sich nicht verbiegen, hat eine starke Persönlichkeit. Das mag ich sehr.

Walter: Ich mag an ihr, dass sie so herrlich bequem und faul ist und man einfach einen ganzen Tag mit ihr verbummeln kann.

Welche kleinen Macken liebt ihr auch?

Walter: Dass sie immer meint, pünktlich zu sein, es aber nie schafft und ich mich dadurch immer auf die obligatorische Viertelstunde einstellen kann.

Anja: Dass er immer 150 Prozent gibt, sehr penibel ist und immer alles ganz genau nimmt.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Walter: Genau da, wo wir jetzt auch sind.

Anja: Das einzige, was sich verändern könnte, wäre, dass wir wieder zusammenziehen, da wir im Moment ja getrennt wohnen.

Was ist euer Liebes-Rezept?

Walter: Bloß nicht nachgeben (lacht).

Anja: Die getrennten Wohnungen sind einer gesunden Beziehung schon zuträglich, weil so jeder seinen Freiraum hat. Ansonsten ist wichtig, dass jeder dem anderen seine Macken lässt und diese auch akzeptiert.

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