Landwasser

Unbekannter setzt in Freiburg Autos und Kellerabteile im Hochhauskomplex in Brand

Nahezu zeitgleich sind im Hochhaus "Max & Moritz" in Freiburg mehrere Brände ausgebrochen. Die Ermittler gehen davon aus, dass in dem Wohnblock ein Brandstifter am Werk war.

Für die Bewohner des Wohnblocks "Max & Moritz" in Freiburg-Landwasser war gegen 21.26 Uhr der gemütliche Sonntagabend vorbei. Im Keller und der Tiefgarage des Hochhauseskomplexes an der Wirthstraße brachen der Polizei zufolge nahezu zeitgleich mehrere Brände aus. Über die Abluft zog der dichte Rauch unter anderem in Richtung der benachbarten AWO-Kita Kibbiz – deren Brandmelder anschlugen. Das ist wohl der Grund, weswegen die Feuerwehr rasch alarmiert und Schlimmeres verhindert wurde. Die Kellerabteile wurde im Haus Nummer 14 angezündet, während das Feuer in der ebenerdig gelegenen Garage in dem Teil gelegt wurde, der hinter dem Haus Nummer 20 liegt. Die Garage erstrekt sich über die gesamte Länge des Wohnkomplexes, der größte und höchste Gebäude in Landwasser ist.


Als die Feuerwehr eintraf, hatten einige Bewohner ihre Wohnungen bereits verlassen und waren ins Freie gegangen. Besonders gefährlich für sie zu diesem Zeitpunkt: Dichter Rauch war durch die Tiefgarage in das Treppenhaus gezogen. "Die, die draußen waren, durften nicht mehr rein. Und die, die drinnen waren, wurden angewiesen, Fenster und Türen zu schließen", so ein Sprecher der Polizei Freiburg. Eine Evakuierung des Wohnblocks mit mehreren hundert Bewohnern habe nicht stattgefunden. Allein in dem Hochhaus, in dem es gebrannt hat, gibt es auf 14 Stockwerken 37 Wohnungen. Das Nachbarhaus hat sogar 18 Stockwerke.

65 Feuerwehrleute im Einsatz

Wie die Feuerwehr meldet, machten sich über die Einfahrt und den Notausgang drei Einsatztrupps an die Brandbekämpfung. In der Tiefgarage brannten vier Fahrzeuge vollständig aus, Hitze und Flammen beschädigten fünf Autos, die Totalschaden erlitten haben. In einem Kellerbereich brannte es in drei Abteilen. Mit einem Großaufgebot von 65 Einsatzkräften gelang es der Feuerwehr, die Brände schnell unter Kontrolle bringen, so die Polizei. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Lehen, Rieselfeld, St. Georgen, Hochdorf und der ABC-Zug im Einsatz. Das Treppenhaus wurde belüftet, die Einsatzkräfte kontrollierten die anderen Aufgänge und sämtliche Etagen aller vier Gebäude. Die Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Häuser gehören der Wohnungsgesellschaft Vonovia. Wohnungen seien durch Rauch und Ruß nicht beschädigt worden, hieß es am Montagvormittag vor Ort.

Die Bewohner seien vor Ort betreut und versorgt worden, es habe glücklicherweise keine Verletzten gegeben, meldet die Polizei. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist derzeit noch unklar. "Aufgrund dessen, dass die Brände nahezu zeitgleich ausbrachen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Brandstiftung handelt", so der Polizeisprecher. Näheres erhoffe man sich durch die Ermittlungen. Die Brandsachverständigen nahmen am Morgen die Arbeit auf.
Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum Brand machen können. Sie sollen sich mit der Kriminalpolizei Freiburg, Telefon 0761 882 5777, in Verbindung setzen.

Verrauchte Treppenhäuser können zur Todesfalle werden – die Feuerwehr rät daher dringend, im Fall eines Feuers in der Wohnung zu bleiben und dort auf dem Balkon oder am Fenster auf Hilfe durch die Feuerwehr zu warten. Die Gefahr im Treppenhaus ist viel größer. Bei einer starken Rauchentwicklung reichen schon wenige Atemzüge, um sein Leben zu verlieren.



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