Polizei ermittelt

Unbekannter schießt auf Linienbus in Haslach

Simone Höhl

Ein Linienbus ist in Freiburg beschossen worden. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sucht einen jungen, kleinen Mann, der wohl mit einer Luftdruckpistole rumgeballert hat.

Ein junger Mann hat im Freiburger Stadtteil Haslach am Montagabend ziellos auf der Straße rumgeschossen. Zeugen beobachteten, wie der Unbekannte kurz vor 20 Uhr an der Kreuzung von Uffhauser und Belchenstraße auf dem Gehweg stand und wohl drei Schüsse abgab, erst in die eine, dann in die andere Richtung.


Ein Schuss traf einen Bus der Verkehrs-AG (VAG), der gerade abbog, an der Fahrerseite über dem Seitenfenster, erklärt Polizeisprecher Frank Fanz am Dienstag.

Projektil prallt ab

Das Projektil ging nicht durch. Die Busfahrerin hat zwar den Aufschlag wahrgenommen, aber nicht als Schuss – Fahrgäste im Bus der Linie 14 machten sie darauf aufmerksam. Das Geschoss ist vermutlich an der Verglasung über dem Fenster abgeprallt, sagt Fanz. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat es sich um eine Luftdruckpistole gehandelt." Auch die können gefährlich sein, so der Sprecher.

Die sofort alarmierte Polizei ist mit vielen Kräften nach Haslach gefahren: Beamte des Polizeireviers Süd, der Verkehrs- und der Bereitschaftspolizei fahndeten nach dem Schützen, der Richtung Markgrafenstraße weggelaufen war – "aber leider ohne Erfolg", sagt Fanz.

Polizei fahndet und sucht Zeugen

Seine Kollegen fahnden weiter nach dem jungen Mann, Zeugen zufolge soll er etwa 18 Jahre alt und 1,60 Meter groß sein. Er soll ein schwarzes Käppi, hellblaue Jeans und eine schwarz-blaue Jacke mit auffälligem weißem Streifen getragen haben.

Die Polizei bittet um Hinweise zu dem Vorfall und der Person unter der Rufnummer 0761/882-4421 (Polizeirevier Freiburg-Süd rund um die Uhr) oder unter 0761/120560 (Polizeiposten Freiburg-Haslach zu Geschäftszeiten).

Zusammenhang zum Vorfall am Sonntag möglich

Am Sonntagfrüh hatte eine Autofahrerin der Polizei berichtet, dass zwei recht kleine junge Männer sie in der Nähe gestoppt hatten. Einer habe mit einer Waffe ans Fenster geklopft, der andere ebenfalls eine Waffe getragen. Die erschrockene Frau gab Gas und fuhr davon. Die Polizei sucht nach den Männern, die 15 bis 20 Jahre alt und mit 1,65 bis 1,70 Meter recht klein und hellhäutig sein sollen.

Ein Zusammenhang könnte wegen der Nähe und der Beschreibung bestehen, sagt Polizeisprecher Frank Fanz, aber bisher sei das nur Spekulation.

Verletzt wurde niemand in dem Bus mit der Nummer 994, der Richtung Siegesdenkmal unterwegs war, sagt VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Der Busfahrerin geht es gut. Am Bus ist an der Verglasung ein Schaden zu sehen, ähnlich wie bei einem Steinschlag, erklärt Hildebrandt.

Es habe vereinzelt bereits früher solche Vorfälle gegeben, sagt der VAG-Sprecher, der sich an zwei Mal auf der Linie 1 vor mehreren Jahren erinnert. "Es ist extrem selten." Am 30. November allerdings habe die VAG an einem Fahrschul-Bus einen ähnlichen Schaden bemerkt, als er an der Munzinger Straße ankam.

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