Umfrage: Wie wichtig sind Dir beim Einkauf faire Arbeitsbedingungen?

Christine Duttlinger

Unwürdige Arbeitsbedingungen bei Amazon: Ist es für Freiburgerinnen und Freiburger beim Einkaufen wichtig, unter welchen Arbeitsbedingungen Produkte hergestellt und versendet werden?

Amazon steht in der Kritik: in der vergangenen Woche wurde in der ARD-Sendung 'Ausgeliefert!' dokumentiert, wie das Online-Versandhaus mit seinen Mitarbeitern umgeht. Befristete Verträge und Leiharbeit sind laut der Fernsehdokumentation bei Amazon Alltag. Wir haben Freiburgerinnen und Freiburger gefragt, ob bei ihren alltäglichen Einkäufen die Produktionsbedingungen und die Arbeitsbedingungen von Herstellern und Versendern der Waren eine Rolle spielt.   Max, 23

"Ich habe noch nie bei Amazon bestellt.


Es ist mir natürlich sehr wichtig, dass die Sachen unter guten Bedingungen produziert sind. Bei Kinderarbeit kann ich es gar nicht immer beurteilen, was denn besser ist: ob man es generell verbieten sollte, oder ob es vielleicht besser ist, wenn die Kinder teilweise Geld verdienen können.

Mir persönliche wäre es schon wichtig, dass meine Sachen gut produziert sind. Ich habe auch lieber weniger Sachen und dafür traditionell hergestellte, die eine bessere Qualität haben.

Direkt beim Kauf achte ich jetzt nicht auf irgendwelche Siegel und Zertifikate, weil ich die gar nicht so kenne. Wenn es bessere und bekanntere Siegel geben würde, würde ich das sehr gut finden."  

Mariella, 21 "Ich informiere mich schon darüber, unter welchen Produktionsbedingungen die Ware angefertigt wurde. Aber es ist schwer, sich immer daran zu halten und irgendwas zu finden, wo man dann einkaufen kann.

Ich gehe oft in Second-Hand-Läden und auf dem Flohmarkt einkaufen, damit Ware nicht immer gleich weggeschmissen, sondern wiederverwertet wird. Allerdings sind diese Kleider wahrscheinlich auch von H&M und anderen großen Firmen.

Beim Kauf von Lebensmitteln achte ich auch auf Siegel, schaue mir das Produkt an und kaufe auch öfter auf dem Markt und in Bioläden ein."

Hendrik, 23

"Prinzipiell eigentlich schon, aber so etwas ist natürlich auch immer etwas teuerer. Wenn ich gerade ein bisschen Geld über habe, dann ja und wenn nicht, dann achte ich da nicht so sehr drauf.

Wenn ich Geld über habe, dann achte ich zum Beispiel beim Fleischkauf schon darauf, dass es nicht das aus der Kühltruhe im Supermarkt ist, sondern vom Metzger. Einfache Sachen wie T-Shirts kaufe ich immer bei H&M, aber H&M ist bei so etwas ja auch ziemlich in der Kritik.

Meine Mutter achtet mittlerweile darauf, dass nicht mehr 'Made in Indonesien' oder so 'drauf steht, und für eine Hose gebe ich auch mal zwanzig Euro mehr aus, wenn die jetzt nicht aus Indonesien oder Bangladesh kommt."

Miriam, 24 "Ich bestell' jetzt gar nicht so viel. Beim Einkaufen habe ich bis jetzt noch nie so darauf geachtet woher die Ware kommt, und wie sie produziert wurde."

 

Martin, 27

"Prinzipiell schon. Natürlich sollte der Preis im Verhältnis zur Ware und Qualität angemessen sein.

Was man leider nicht transparent sehen kann, ist, wie und unter welchen Bedingungen eine Ware hergestellt wird. Darüber kann man sich eigentlich nur im Internet erkundigen. Schändlicherweise muss ich gestehen, dass ich das auch nicht immer mache.

Bei kleinen Lieferanten, die ich nicht kenne, informiere ich mich schon, bei Großen gehe ich eigentlich davon aus, dass man da entsprechend der Compliance-Bedingungen die Ware herstellt und somit auch die guten Bedingungen für die Mitarbeiter garantiert sind.

Bei Lebensmitteln schaue ich nur auf den Ursprung. Wenn das Deutschland ist, dann sollte es eigentlich den Bedingungen entsprechen. Bei Sachen aus dem Ausland lese ich dann schon nach, und informiere mich."

Leonie, 20 "Ich schaue ehrlich gesagt nicht wirklich darauf. Ich kaufe einfach das, was mir gefällt. Ich bin natürlich froh, wenn eine Sacge nicht unter unguten Bedingungen produziert wird. Ehrlich gesagt mache ich mir da aber recht wenig Gedanken, obwohl ich weiß, dass es scheiße ist."

Mehr dazu:

  [Bild 1: dpa; Rest: Christine Duttlinger]