Umfrage: Wie soll Freiburg im Jahr 2020 aussehen?

Melanie Volk

Komplett untertunnelt, die Innenstadt eine Steinwüste, das Vauban von Öko-Touris belagert? Wie soll Freiburg 2020 aussehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab Donnerstag, 14. April, eine wissenschaftliche Tagung an der Uni Freiburg. Vorab haben wir junge Freiburger gefragt, was für Visionen sie für ihre Stadt haben - und wollen natürlich auch von euch wissen: Was soll in Freiburg bis 2020 passieren?

Sofie, 22:
"An sich finde ich Freiburg sehr lebenswert. Ich finde es nur ein wenig schade, wie sich die KaJo entwickelt hat. Jetzt haben dort viele große Konzerne ihre Läden, wodurch das Flair ein bisschen verloren geht. Kleinere, originellere Gschäfte wären schön. Nicht so toll finde ich auch, dass unter der Woche in Freiburg schon um zwei Uhr nachts die Bordsteine hochgeklappt werden. Ein paar Bars, die länger aufhaben, fände ich nicht schlecht. Was die Studienmöglichkeiten angeht, denke ich, sind wir hier in Freiburg gut aufgestellt. Wir haben eine super PH und eine exzellente Uni."


David, 20:
"Ich wohne eigentlich in Fribourg in der Schweiz und bin seit ungefähr sechs Monaten für einen Sprachaufenthalt hier. Wenn ich beide Städte vergleiche, muss ich zugeben, dass es hier besser ist. Ich finde die umweltfreundliche Mentalität hier sehr gut, dass so viele Menschen mit dem Fahrrad und der Straßenbahn fahren. Das ist in Fribourg ganz und gar nicht so. Dort sind die öffentlichen Verkehrsmittel wirklich schlecht organisiert, weshalb die meisten mit dem Auto fahren. Die Straßenbahnen in Freiburg könnten am Wochenende vielleicht schon ein bisschen länger fahren, aber die Idee mit den Nachtbussen finde ich auch nicht schlecht."

Therese, 21: "Ich finde, die Innenstadt sollte wieder grüner werden. Es sollte wieder mehr Grünflächen geben, damit man nicht ganz bis zum Seepark raus muss. Die Wiese auf dem Platz der Alten Synagoge sollte meiner Meinung nach bleiben. Vauban soll auf jeden Fall so bleiben wie es ist. Selbst die Wagenburgen bringen ein gewisses Etwas in dieses Gebiet."

Jan, 25:
"Beim Bermuda-Dreieck gibt es oft Schlägereien. Ich fände es gut, wenn es dort etwas friedlicher wird. Vielleicht sollte man versuchen, dort ruhigere Lokale als die Nachtschicht oder das Agar anzusiedeln. Ich habe von vielen gehört, dass sie diesen Teil der Innenstadt nicht so toll finden, weil das Klima dort ein bisschen zu rau und gewalttätig ist. Alles soll sich in Freiburg aber nicht verändern: Das Elpi soll auf jeden Fall bleiben, das gibt es ja schon seit Jahrzehnten."

Martin, 27: "Eigentlich bin ich ganz zufrieden hier. Es wäre aber mal ganz angenehm, wenn ein paar größere Bands in Freiburg auftreten würden. Ein paar größere Konzerte würden der Konzertlandschaft in Freiburg durchaus gut tun. Die Ausgehmöglichkeiten finde ich auch ein bisschen mau. Die Sperrstunde finde ich ziemlich nervig. So viele tolle Kneipen gibt's leider auch nicht. Ein paar mehr Raucherkneipen wären echt nicht schlecht. Was die Bildungsangebote angeht, kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Außer vielleicht, dass die Museen hier ein bisschen dünn gesät sind."

Arwen, 30:
"Ich bin dafür, dass wir die Säule der Toleranz wieder abschaffen. Der Augustinerplatz ist ein Treffpunkt für viele junge Künstler und Musiker, die diesen Platz brauchen, um sich in einer freiheitlichen Umgebung künstlerisch zu betätigen. Ich bin zweifache Mutter und finde, dass unsere Gesellschaft teilweise kinderunfreundlicher geworden ist. Hier in Freiburg kann man mit Kindern schlecht in ein Café gehen. Hätte ich das Kapital, würde ich ein Café aufmachen, in dem es auch eine Spielecke für Kinder gibt. Damit ließe sich bestimmt viel Geld machen."

Am Donnerstag, 14. April, von 12 bis 22 Uhr diskutieren Wissenschaftler aus Freiburg und Region im Kollegiengebäude I der Universität darüber, was sich in Freiburg bis 2020 ändern muss, damit das Leben in der Breisgaumetropole lebenswert bleibt. Veranstaltet wird das Symposium City 2020 von der Freiburger Denkfabrik.

 

Du bist gefragt!

 
Was die Gelehrten dazu sagen, ist eine Sache; was ihr meint, interessiert uns dann doch einen Tick mehr. Also: Auf die Debatte, fertig, los! Wie soll Freiburg im Jahr 2020 aussehen? Was soll sich verändern, und was soll so bleiben, wie es ist?

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