Umfrage: Wie läuft deine Wohnungssuche?

Franziska Kiedaisch

In diesen Tagen in Freiburg eine Wohnung zu finden, scheint nahezu unmöglich zu sein. Viel zu viele Interessenten besichtigen viel zu wenig Wohnraum. Wie es sich anfühlt, WG-Castings und Massenbesichtigungsterminen ausgesetzt zu sein und immer noch kein Zimmer zu haben, haben uns einige Wohnungssuchende erzählt.





Aleksandra, 19, aus Polen
1. Semester Musik (Klavier)


„Ich komme nach Freiburg, weil hier ein Professor an der Musikhochschule unterrichtet, bei dem ich unbedingt studieren möchte. Die Wohnungssuche gestaltet sich aber etwas schwierig, obwohl ich noch nicht einmal mein Klavier mitbringen werde.


Momentan wohne ich noch in einer WG zur Zwischenmiete. Ich suche aber schon wieder seit ungefähr zwei Monaten nach einem Zimmer, weil ich in einem Monat dort ausziehen muss. Eine Traumwohnung habe ich nicht. Hauptsache, ich finde bald etwas.“



Sandra, 22, aus München
5. Semester Geographie


„Ich suche eine Einzimmerwohnung oder eine WG, eigentlich ist mir das egal. Es muss nur erschwinglich und mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein.

Ich habe erst heute mit der Wohnungssuche begonnen, weil ich nicht früher nach Freiburg kommen konnte. Heute schaue ich mir noch ein paar Wohnungen an, aber so viele gibt es leider auch nicht zu besichtigen. Es ist einfach nicht leicht, etwas zu finden, weil die meisten Wohnungen schon längst vergeben sind.“



Johannes, 24, aus Freiburg
1. Semester Materialwissenschaften (Master)


„Meine WG hat sich aufgelöst und deshalb suche ich momentan ein Zimmer. Eigentlich bin ich mit der Suche bereits seit zwei Monaten beschäftigt, habe aber bisher leider noch nichts gefunden.

Besonders nervig finde ich WG-Castings, bei denen schon zig Menschen vor einem da waren und man sich denkt: „Vergiss es! Da hast du keine Chance.“
Das Witzigste, was ich bisher gesehen habe, war eine Wohnung, bei der man zuerst durch ein Café laufen musste um zum Eingang zu kommen.

Die meisten Wohnungen sind zwar schön, aber leider viel zu teuer. Außerdem habe ich keine Lust, eine Provision zu zahlen.“




Sigfried, 22, aus Sigmaringen
1. Semester Geowissenschaften


„Insgesamt war ich schon vier Mal in Freiburg, um mir Wohnungen und WG-Zimmer anzuschauen. Leider habe ich hier keine Schlafmöglichkeit, sodass ich immer pendeln muss. Für eine Strecke brauche ich ungefähr drei Stunden. Inzwischen habe ich sicherlich schon mehr als 30 Wohnungen von innen gesehen.

Nicht alles war dabei schön: Ich habe Wohnungen besichtigt, die so niedrig waren, dass man sich den Kopf anschlägt. Außerdem gab es Wasserschäden, eine Dusche in der Küche und ein Gasleck zu bestaunen.

Ich habe mir die Wohnungssuche zwar leichter vorgestellt, aber eigentlich war das Chaos schon abzusehen. Schließlich suchen dieses Jahr, durch den G8-Abschluss, doppelt so viele Abiturienten nach Wohnungen wie normalerweise.“



Corinne, 24, aus Freiburg
10. Semester Medizin


„Nachdem wir in unserer letzten Wohnung einen irreparablen Wasserschaden hatten, mussten wir ausziehen. Weil wir uns gut verstehen, haben wir zusammen gesucht. Und das ist als Fünfer-WG zum Semesterbeginn gar nicht so einfach. Außerdem haben wir nach einer zentralen und provisionsfreien Wohnung gesucht.

Bald haben wir aber gemerkt, dass letzteres Kriterium nur schwer zu erfüllen sein wird. Provisionsfreie Wohnungen gab es zwar schon, sie waren aber so überlaufen, dass wir mit unserem WG-Hund sowieso keine Chance gehabt hätten. Nachdem wir eingesehen haben, dass es wahrscheinlich nur mit Provision funktioniert, habe ich 15 Makler angeschrieben und nach Wohnungsangeboten gefragt. Nur einer hat darauf geantwortet. Es war eine Mitteilung darüber, dass er uns momentan nichts anbieten kann.
Schließlich haben wir aber über eine Zypresse-Anzeige doch noch etwas gefunden: Zwar mit Provision, dafür aber zentral. Und unser Hund darf auch mit.“

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