Umfrage: Wie hast du dich für den Namen deines Kindes entschieden?

Rebekka Sommer

Früher hießen einfach alle Heinrich und Inge. Dann gesellten sich zu Klaus und Erika der Phillip und die Lisa. Heute sind normale Namen gar nicht mehr normal: Nur 16 Prozent der Neugeborenen-Namen finden sich in den Top Ten der Namensstatistik wieder. Zu spät vergebene Modenamen ziehen Spott und Häme auf sich und der Trend zu neuen Klassikern wie Emma und Paul ist auch schon wieder abgeflaut. Wie lösen Freiburger Eltern das Dilemma "klassisch, zeitlos oder modern"?



Monika (Hausfrau) und Andreas (Steuerberater) mit Marie und Lotta:

„Wir wollten auf jeden Fall Namen, die man nicht abkürzen kann“, sagt Monika und Andreas fügt hinzu: „Und etwas deutsches, zumindest keine ganz unbekannten Namen“. Der Name Marie hatte schon ganz lang festgestanden, etwas gezögert haben die beiden, weil er so häufig ist. „Aber Marie ist einfach schön“.

Bei Lotta hat Andreas den Namen ausgesucht – warum, weiß er nicht mehr so genau. Auf jeden Fall sollte es diesmal ein seltenerer Name sein. „Ich glaube, bei Astrid Lindgren kommt der Name vor, aber eine besondere Anekdote gibt es dazu eigentlich nicht.“ Monika war noch wichtig, niemanden mit diesem Namen zu kennen, den sie nicht mag. „Ich glaube, Frauen sind etwas wählerischer, was die Namenswahl angeht. Wenn jemand Unsympathisches einen schönen Namen trägt, fliegt der trotzdem raus.“



Margarethe (Lehramtsstudentin) und Andreas (Schichtleiter) mit David Roland:

„Als Margarethe schwanger war, hieß David noch Jonas. Auf allen Bauchfotos, die wir gemacht haben, stand dieser Name. Deshalb waren unsere Freunde auch ganz verwundert, wenn wir plötzlich von einem David sprachen.“

Als der Junge dann auf der Welt war, schauten die Eltern sich an und Andreas fragte: „Heißt er jetzt wirklich Jonas?“ „Nein, das ist unser David“, entschied Margarethe kurzerhand. Der Name gefällt den beiden auch deshalb, weil er etwas altmodisch ist. Margarethes Opa hieß so. Den zweiten Namen Roland haben sie ebenfalls in Erinnerung an Andreas verstorbenen Vater gewählt. Margarethe ist in der 12. Woche schwanger, das Kind in ihrem Bauch wird vielleicht Milan oder Sarah heißen. Aber festlegen wollen sie sich diesmal noch nicht.



Miriam (Wissenschaftliche Mitarbeiterin) mit Rahel:

„Der Name Rahel war die Idee meines Mannes, bei unserem Sohn Samuel habe ich entscheiden. Ich glaube, ihm gefiel einfach der weiche Klang, der zu unserem Nachnamen passt: Rahel Nandi.“ Dass beide Kindernamen aus dem Alten Testament stammen, war auch ein Kriterium, obwohl Miriam nicht gläubig ist. „Mir schien es schön, mich in eine alte Tradition einzuschreiben, auch wenn sie nicht hundertprozentig meine ist“, sagt sie.



Clemens (Student) mit Jakob:

„Jakob war der einzige Name, auf den wir uns einigen konnten. Er ist uns einfach eingefallen, ich weiß nicht, warum. Bei unseren anderen Jungs habe ich nicht entschieden, aber die Namen gefallen mir.“ Noah ist nicht Clemens leiblicher Sohn und bei Luca hatte die Mutter entschieden.



Annika (Referendarin) mit Johanna Rosa:

„Johannas Vater wollte diesen Namen unbedingt, er hat sich auf keine Diskussion eingelassen. Allerdings war mir auch nichts Überzeugendes eingefallen“, sagt Annika.

Weshalb ihr Partner den Namen unbedingt wollte, hat er ihr nie verraten, aber er gefällt auch ihr gut und immerhin durfte sie den zweiten Namen aussuchen: Rosa. „Und außerdem habe ich ihr meinen Nachnamen gegeben!“, sagt Annika.



Miriam (Hausfrau) mit Ali Daniel:

„Wir haben da nicht lang im Internet oder in Büchern gesucht – Ali gefiel uns einfach und sein Großvater heißt so“, sagt Miriam. Den zweiten Namen Daniel hat sie gewählt, um ihrem Sohn bessere Startchancen mitzugeben, denn der arabische Name Ali bringt viele Vorurteile mit sich, denkt Miriam. „Später kann er sich in der Schule oder bei Bewerbungen aussuchen, wie er heißen will. Aber im Moment nennen wir ihn nur Ali.“

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