Umfrage: Was machst du auf der Jobmesse?

David Seitz

Bachelor, Master, Diplom in der Tasche - und dann? Diese Frage drängte am Samstag viele Studierenden zur Jobmesse "Heads and Hands" in die Mensa-Rempartstraße. David hat dort sechs junge Menschen befragt.

Ann-Kathrin Seemann, 25:


"Ich werde im August mein VWL-Studium beenden, und da sollte man sich dann schon langsam umschauen, wie es weitergehen soll. Ich finde ziemlich cool, dass einem an den Ständen genau erzählt wird, was man mitbringen muss. Man kann auch selbst seine Qualifikationen aufzählen und sich dann eine Einschätzung holen, ob man geeignet ist oder nicht. Ich habe heute festgestellt, dass der Job als Wirtschaftsprüfer durchaus etwas für mich wäre."

Pia Wetzl, 21:


"Mit meinem Studienfach Spanisch habe ich es natürlich nicht ganz so leicht hier; ich versuche mich gerade zu orientieren, welche Firmen spanischsprechende Studierende suchen. Gerade habe ich mit einer Firma gesprochen, die Kontakte nach Chile hat; ich könnte mir schon vorstellen, dort mal für eine Zeit zu arbeiten. Ich bin aber vor allem hier, um auf neue Gedanken zu kommen: Oft kommen einem erst dann die guten Ideen, wenn man nachfragt uns sich mal mit den Leuten unterhält."

Robert Eichler, 18:


"Ich mache gerade mein Abitur und will jetzt einfach mal schauen, ob es hier Zukunftsperspektiven für mich gibt - am liebsten in Richtung Groß- und Außenhandelskaufmann. Ich arbeite seit fünf Jahren bei meiner Familie im Geschäft mit; wenn ich nun aber eine Ausbildung anfange, dann will ich das lieber in einer anderen Firma machen - deshalb bin ich hier. Ich habe aber den Eindruck, dass man hier als Abiturient keine so guten Karten hat; das scheint eher was für Studenten zu sein. Trotzdem habe ich von vielen Leuten hier ein positives Feedback zu meiner Qualifikation bekommen: Das ist schön."

Shivam Darivedi, 27:


"Ich bin bald mit meinem Mikrosystemtechnik-Master fertig und will dann sofort anfangen zu arbeiten - deshalb plane ich schon mal vor. Ich habe für drei Firmen, die ich mir vorher ausgesucht habe, drei verschiedene Lebensläufe verfasst, die ich dort nun abgebe. Ich denke, dass vor allem das persönliche Gespräch dabei sehr wichtig ist, damit die Firmen auch ein Gesicht mit der Bewerbung verbinden können. Leider waren an den Ständen hauptsächllich Leute aus der Verwaltung; fachliche Gespräche konnte man da keine führen, was ich schade finde. Vielleicht sollte man in Zukunft auch Mitarbeiter mitbringen, die sich mit der Materie auskennen und die merken, ob man fachlich etwas kann oder nicht."

Christiane Olk, 30:


"Ich bin gerade auf der Suche nach einer Bio-Tech-Firma. Mir geht es da weniger um ein Praktikum oder Informationen, sondern ich brauche einfach einen handfesten Job. Ich finde es generell echt super, dass es so etwas wie diese Messe hier gibt; dennoch bin ich ein bisschen enttäuscht, da hier fast ausschließlich Banken und Consulting-Firmen ihre Stände haben: Da ist wenig für mich dabei. Der Mix könnte schon etwas besser sein."

Laura Overhoff, 21:


"Ich studiere momentan Geschichte; das ist auch mein absolutes Traumfach, und wenn alles klappt, will ich irgendwann mal an der Uni arbeiten. Falls das nicht funktioniert, brauche ich aber einen Plan B, weshalb ich vor kurzem ein Praktikum im Marketingbereich absolviert habe. Jetzt schaue ich mich hier noch nach weiteren Alternativen um, aber einen Beruf in dieser Branche könnte ich mir schon vorstellen. Ziemlich begeistert bin ich von dem Vortrag über die neuesten Bewerbungsstandards, den ich gerade gehört habe. Dass man den Lebenslauf mit der aktuellen Beschäftigung beginnt und dass sehr viel über Telefongespräche abgewickelt wird, war mir neu. Auch so kleine Tricks und Kniffe, zum Beispiel Fragen, auf die man immer vorbereitet sein muss, waren echt sehr hilfreich."

Mehr dazu:

  [Bilder: David Seitz]