Umfrage: Was halten Freiburger Studierende vom Fall Guttenberg?

Fabienne Hurst

An der Uni bekommt man häufig schon im ersten Semester eingetrichtert, welche Konsequenzen es haben kann, wenn der Plagiats-Stempel auf der eigenen Arbeit landet. Kann es da sein, dass ausgerecht Deutschlands vermeintlich beliebtester Politiker das Fußnoten-Setzen "vergessen" hat?

Tobias, 29:


„Guttenberg hat sich durch seine Fehler mit Sicherheit einen weiteren Aufstieg in der politischen Laufbahn verbaut. Zudem wirken seine plötzlichen Entschuldigungsversuche etwas unglaubwürdig, hat er doch die Plagiatsvorwürfe zunächst als abstrus zurückgewiesen. Dass es soweit gekommen ist, liegt mit Sicherheit daran, dass er beruflich viel Stress hatte und nicht mehr genügend Zeit aufbringen konnte, um die Arbeit vernünftig zu Ende zu bringen. Das erklärt zwar sein Vorgehen, entschuldigt dieses aber keinesfalls. Insofern ist der Vorfall äußerst ärgerlich.“  

Katharina, 27:


„Ich denke, da ist zum Teil nicht systematisch abgeschrieben worden. Da ging es darum, Zeit zu sparen, und vielleicht gehen im Politikeralltag gewisse Sachen auch unter. Es kann schon mal passieren, dass man eine Quelle vergisst – aber das Maß ist bei Guttenberg schon überschritten.“

Tobias, 30:


„Er gibt zwar zu, dass er einen Fehler gemacht hat, aber es sei ihm nicht bewusst gewesen. Doch so wie sich die Fehler durch die ganze Arbeit ziehen, ist das einfach unglaubwürdig. So offensichtlich wie das ist, darf man bei ihm keine Ausnahme machen: Ihm muss der Doktorgrad entzogen werden.“

Joana, 27:


„Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen, deswegen glaube ich nicht, dass er es absichtlich gemacht hat.“

Philipp, 33:


„Ob es Konsequenzen haben wird, ist schwer zu sagen. Diesmal kann er es zumindest nicht auf jemand anders schieben und den dann entlassen. Ich denke, er wird schon zurücktreten müssen. Aber der kommt dann durch die Hintertür wieder. Er macht's wie Cem Özdemir, zieht sich ein paar Jahre zurück, lässt sich nach Europa wegbefördern und in vier, fünf Jahren ist er wieder da. Ich persönlich finde das Ganze ein bisschen aufgebauscht. Das wirkt auf mich wie eine Hexenjagd: Man will dieser Lichtgestalt endlich mal an den Karren fahren.“

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