Umfrage: Was hältst du von der Sexismus-Debatte?

Okan Bellikli

Seit einem Monat diskutieren die Deutschen über Sexismus - im Alltag, auf der Arbeit, in der Gesellschaft. Ist das Thema langsam schon durch oder kann man sich gar nicht lange genug darüber streiten? Wir haben acht junge Menschen aus Freiburg gefragt, was sie von der Debatte halten:



Yannic, 23

Die Debatte ist angebracht, weil ich glaube, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der wahrgenommenen Rolle und der Behandlung von Mann und Frau. Man findet schon Beispiele, in denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts ungerecht behandelt werden.


Ich tue mich aber schwer bei der Antwort auf die Frage, wie ausgeprägt das Problem ist.

Marlene, 20

Ich finde gut, dass man über das Thema Gleichstellung spricht. Es nervt aber, wie die Debatte in den Medien dargestellt wird, zum Beispiel in den ganzen Talkshows. Die dienen doch nur irgendwelchen Leuten zur Selbstinszenierung.

Die Frage ist, ob sich auch wirklich etwas ändert oder das Ganze nur ein kurzer Hype ist. Ich wäre dafür, dass man das Problem an der Wurzel anpackt und mal Dinge wie Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau thematisiert.

Felix, 22

Ich sehe schon die Notwendigkeit der Debatte. Ich finde es aber schwierig, die Grenzen zu ziehen zwischen dem, was Sexismus ist und was nicht.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass unsere Gesellschaft im Vergleich zu anderen Ländern relativ fortgeschritten ist, was den Umgang mit diesem Problem angeht.

Clémence, 19

Ich finde es wichtig, dass wir darüber sprechen - gerade, wenn wir etwas in der Gesellschaft verändern wollen. Es kommt aber auf die Art und Weise der Debatte an. Ich jedenfalls fände gut, wenn sie fortgeführt wird.

David, 20

Mir ist das Geschlecht bei einer Person zunächst egal. Unterbewusst ist das vielleicht anders, aber ich hoffe nicht, dass ich mit Frauen anders umgehe als mit Männern.

In meinem persönlichen Umfeld ist mir Sexismus noch nicht begegnet. Was das Problem im Großen angeht, etwa in Aufsichtsräten von Firmen: Das ist mir egal. Ich finde, das hat mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zunächst einmal nichts zu tun.

Lena, 25

Ich hoffe, dass das Problem durch die Debatte in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Sexismus ist in der Gesellschaft ziemlich verbreitet, es wird aber zu wenig darüber gesprochen.

Ich finde es erschütternd, was manche Politikerinnen und Politiker bisher dazu gesagt haben und hoffe, dass sich etwas ändert.

Fritjof, 23

Ich halte die Debatte für richtig, aber zu politisiert, so wie sie derzeit geführt wird, und deswegen verzerrt.

Mich stört, dass man das Problem auf einzelne Personen wie Rainer Brüderle herunterbricht und weniger grundsätzlich aus verschiedenen Perspektiven über das Thema spricht.

Elisabeth, 22

Ich finde es an sich gut, dass das Thema medial aufgerollt wird.

Den Auslöser der Debatte halte ich allerdings für unangemessen. Meiner Meinung nach ist das, was mit Rainer Brüderle vorgefallen ist, nicht schlimm genug, um ihn nun so öffentlich bloßzustellen.

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[Bild 1: dpa]