Umfrage: Was bringt das nächtliche Alkoholverbot?

Severin Weigend

Ab heute gilt in Baden-Württemberg ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot. An Tankstellen, Kiosken und in Supermärkten darf kein Alkohol mehr verkauft werden. Die Regelung ist bundesweit einzigartig und soll Saufgelage von Jugendlichen verhindern. Was sagen die dazu? Eine Umfrage an der Esso, Sundgauallee.



Basti, 22: „Ich bin eher gegen dieses Verbot. Diese Maßnahme ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Sinnvoller wäre es, gegen die Flatrate-Saufpartys vorzugehen. Ich habe kein Geld, um mich an der Tanke abzuschießen, die Jugendlichen haben es erst Recht nicht.“


Elena, 25: „Das Verbot halte ich für falsch, weil man sich seinen Alk auch vor 22 Uhr besorgen kann. Teenies sind vor 22 Uhr sowieso schon so platt, dass sie sich nicht noch mehr Alk holen gehen. Gelegenheitstrinker hingegen planen nicht vor und werden so vom Trinken abgehalten. Kampftrinker starten eben schon vor 22 Uhr. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass die Aktion im Bermudadreieck damals wohl ein Erfolg war. Deswegen könnte das Verbot vielleicht doch etwas bewirken.“



Sascha, 36: „Ich halte das Verbot für eine gute Idee. Alkohol ist einer der schlimmsten Drogen überhaupt, darum bin ich für ein generelles Verbot für Alkohol in der Öffentlichkeit. Als Vater habe ich eine Vorbildfunktion. Ich will nicht, dass mein Sohn sehen muss, wie die Leute ab 8 Uhr morgens mit einer Flasche Bier durch die Straßen laufen. Die ganze Gewalt auf Partys und Weinfesten resultiert doch eben nur aus dem Alkoholkonsum. Also her mit der Prohibition!“



Tanja, 40: „Ich halte das Verbot für keine gute Idee. Die Leute besorgen sich ihren Alkohol doch sowieso. Die Zeiten haben sich geändert. Alles verlagert sich jetzt vielleicht um ein paar Stunden nach vorne. Aber ich kenne die Jugendlichen: Wenn sie saufen, dann machen sie es doch die ganze Nacht. Dann häufen sich eben jetzt die Schlägereien in Discos. Man sollte einfach bessere Perspektiven für die Jugendlichen schaffen, so dass sie überhaupt nicht in die Tankstellen laufen müssen, um sich da zu betrinken.“



Tobias, 23 (links): "Das Verbot wird nicht viel bringen. Wenn man sich besaufen will, kann man das auch vor 22 Uhr tun. Auf der anderen Seite muss man schon sagen, dass die Leute, die sich die letzte Flasche verabreichen wollen, mit diesem Verbot am endgültigen Absturz gehindert werden. Außer natürlich, er beansprucht die gängigen Bierbeschaffungsalternativen, zum Beispiel die mobilen Bierverkäufer in der Innenstadt. Neue Planungsstrategien sind jetzt gefragt!“

Sebastian, 22: „Es wird nicht viel bringen: Die Preise waren an Tankstellen sowieso schon immer sehr hoch. Ich glaube nicht, dass die Leute vorher besonders viel Alkohol an Tankstellen gekauft haben.“



Tarek, 18: „Ich glaube schon, dass das Alkoholverbot klappen kann. Ich trinke keinen Alkohol. Aber ich glaube, dass viele Jugendliche so daran gehindert werden, zu viel zu trinken.“

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