Umfrage: Alkverkauf an der Tanke nach 12?

Aljoscha Harmsen

Geht es nach der Landesregierung, dürfen Tankstellen nach Mitternacht bald keinen Alkohol mehr verkaufen. Ziel sei es, Alkoholmissbrauch zu bekämpfen. (Die BZ berichtete am Mittwoch). Fudder hat nachts an einer großen Freiburger Tankstelle Passanten gefragt, was sie davon halten.



Von 0 Uhr bis 6 Uhr nachts will die Landesregierung Tankstellenbetreibern in Baden-Württemberg verbieten, Alkohol zu verkaufen. Diese Regelung gilt bereits an Autobahntankstellen und soll auch auf andere Geschäfte ausgeweitet werden.


Alex (25, links): "Das ist ja wie in der Innenstadt. Ich halte nicht viel davon; es beschneidet nur wieder die Rechte von Bürgern. Das ist eine Art Entmündigung."

Anna (26, rechts): "Wir beide gehören nicht zu denen, die nach 0 Uhr noch an der Tanke einkaufen, darum ist es mir eigentlich egal. Aber Tankstellen verdienen doch mit Tabak und Zigaretten das meiste Geld, für die entsteht dadurch ein großer Schaden."

Gerd (46): "Ich finde die Idee gut und wäre sogar dafür, grundsätzlich den Verkauf von Alkohol an Tankstellen zu verbieten – ganz oder gar nicht, wie in der Schweiz.
Tankstellen sollten kein Einzelhandel sein; das ist nur eine bequeme Möglichkeit, schnell an Bier heranzukommen.

Aber: Die eigentliche Zielgruppe von Alkoholmissbrauch und Saufgelagen, die Jugendlichen, würde man mit dieser Regelung nicht treffen. An sie darf doch eh kein Alkohol verkauft werden. Da stehen die Tankstellenbetreiber in der Verantwortung."

Marc (35): "Um 0 Uhr geht es doch erst richtig los, da kaufe ich selbst ab und zu noch Bier, wenn unter Freunden der Alkohol ausgegangen ist. Aber es ist doch kein Problem, seine Getränke etwas zeitiger zu kaufen. Früher war es eh die Regel, dass so spät kein Alkohol mehr verkauft wird. Mich würde das nicht stören, so muss man eben vorausplanen."

Evgenij (25): "Eine solche Maßnahme könnte etwas bewirken. Ich finde, den Verkauf nach Mitternacht zu unterbinden, ist eine gute Idee; man hört ja immer wieder von Fällen von schwerem Alkoholmissbrauch.

Wenn man an das Alkoholverbot in der Innenstadt denkt, ist es fast logisch, keine Möglichkeit mehr für Saufgelage mit Tankstellenbier zu geben.
Ich selbst würde eh in eine Bar oder eine Kneipe gehen, also ist es mir egal, ob sich die Idee durchsetzt."

Sonja (27): "Ich halte nichts davon. Die Tankstellenbetreiber können doch kontrollieren, in welchem Zustand sich ein Kunde befindet und ihm nichts mehr verkaufen, wenn er deutlich angetrunken ist.
Ein neues Verbot macht keinen Unterschied, denn die Leute müssen selbst entscheiden, wann sie genug haben. Wer will, kommt auch trotz aller Verbote auf seinen Pegel."

Ole (23): "Generell ist es nicht zielführend, immer mit Verboten und Einschränkungen zu arbeiten. Mich betrifft ein mögliches Verbot aber nicht; ich trinke gar keinen Alkohol."