Jubiläumsfeier

UL-Fraktion gegen Burschenschafts-Event im Historischen Kaufhaus

Frank Zimmermann

Am Samstag wollen Burschenschaften im Historischen Kaufhaus ein Jubiläum feiern. Die Linke Fraktion im Freiburger Gemeinderat fordert von OB Martin Horn, nicht an sie zu vermieten.

Die Gemeinderatsfraktion Unabhängige Listen (UL) fordert Oberbürgermeister Martin Horn auf, zu prüfen, ob die Stadt die Vermietung des Historischen Kaufhauses für ein Jubiläumsfest dreier Burschenschaften am Samstag rückgängig machen kann.


Laut Annika Reinke, Sprecherin der für die Vermietung zuständigen "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH", gibt es rechtlich indes keine Möglichkeit, eine Anmietung zu verwehren, solange keine Verbote gegen die als Veranstalter auftretenden Burschenschaften vorliegen. Es handle sich um eine nicht-öffentliche, gesellschaftliche Veranstaltung, und eine gesellschaftliche Nutzung des Historischen Kaufhauses ist ebenso wie eine kulturelle erlaubt und in städtischen Richtlinien im Ortsrecht geregelt. Reinke weist zudem darauf hin, dass es in der Vergangenheit bereits mehrfach Veranstaltungen der Burschenschaften gegeben habe.

200 Jahren Burschenschaften an der Uni Freiburg

Seit 200 Jahren gibt es an der Universität Freiburg Burschenschaften, drei von ihnen – die Teutonia, die Franconia und die Saxo Silesia – wollen dies am 17. November in Freiburgs repräsentativem Kaisersaal im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz feiern. Sprechen sollen dort vormittags ein aktiver Burschenschaftler der Franconia sowie der frühere, 2009 aus der CDU ausgetretene Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, der in Freiburg lebt und bundesweit bei Burschenschaften als Redner auftritt. Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Theaters sollen musizieren. Für den Abend ist ein sogenannter Festkommers der Teutonia vorgesehen mit Rainer Wieland, Vizepräsident des Europaparlaments, als Referent.

Die UL lehnen das "reaktionäre und elitäre Treiben" der Burschenschaften ab. Die Organisatoren des Fests wiesen Schnittmengen zur nationalen Rechten auf. Bei Saxo Silesia und Teutonia wurden in der Vergangenheit Vorfälle mit rechtsextremen Hintergründen und Auswüchsen bekannt, und Mitglieder hielten Verbindungen in rechtsextreme Kreise.