Uefa Cup: FC Basel - SK Brann Bergen

Christian Schmidt

Gestern Abend hat sich der FC Basel im heimischen "Joggeli" vorzeitig für die nächste Runde des UEFA-Cups qualifiziert. Christian war anwesend und hat unter anderem die Basler Hymne gelernt.



Mein erster Eindruck bei der Ankunft am Basler St. Jakob-Park: Eine Art Allianzarena im Kleinformat, zumindest, was die Beleuchtung angeht. Rot-blau strahlt einem das rund 40.000 Zuschauer fassende Stadion entgegen, in den Farben des elffachen Schweizer Meisters FC Basel.


Beim Anstehen für Tickets erfüllt sich leider ein Schweizer Klischee. Es geht ziemlich langsam voran. Das liegt vor allem daran, dass Name und Adresse jedes Käufers erfasst werden. Ein Basler Fan erzählt mir, dies sei so, seit es 2006 zu Ausschreitungen kam, als der FC Zürich im letzten Saisonspiel den Baslern die Meisterschaft vermasselte. Und deswegen bekommt der FC Basel jetzt meine persönlichen Daten.



Von drinnen ist der St. Jakob-Park schon sehr beeindruckend. Eine richtige Arena. In einem halben Jahr findet hier auch das Eröffnungsspiel der EM 2008 statt. Von meinem Platz hoch oben auf dem „Balkon“ (Zitat Ticketverkäuferin) habe ich eine bessere Übersicht als überall auf der Freiburger Nordtribüne.

Leider bleiben rund drei Viertel des Stadions leer. Später verkündet der Stadionsprecher die offizielle Zuschauerzahl: 13.731. Enttäuschend für ein Europapokalspiel. Ich frage meinen Sitznachbarn, Georg aus Basel, woran das liegt. Seine Antwort: „Die Basler sind halt arrogant. Die kommen erst wieder, wenn der FCB in der Champions League spielt.“



Die Geräuschkulisse im Stadion ist trotzdem ansprechend. Die FC-Basel-Hymne, die vor dem Spiel auf den Rängen geschmettert wird, klingt ziemlich nach Musikantenstadl. Aber auch irgendwie cool. Die dritte wird spontan meine Lieblingsstrophe:

"Dr Gegner isch grad gschoggt / wenn`s ganze Joggeli roggt / s`wärde d`Bei ganz lahm und schwer / dr FCB gwünnt eimol mehr / super Basel, super FCB"

Joggeli ist die liebevolle Umschreibung der Basler Fans für ihr Stadion, wie mir Georg verrät.

Die Fans, besonders die in der Fankurve gegenüber, sind eigentlich lange Zeit das Beste an diesem Spiel. „FC Basel schieß e Goal“ schreien sie fast die komplette erste Halbzeit lang in einer erstaunlichen Lautstärke.

In der 40. Minute tun die Kicker aus Basel ihren Fans einen Gefallen: Das 1:0 fällt nach einem Freistoß. Der Stadionsprecher vermeldet: „Des isch es 200. Europacup-Goal vom FC Basel gsi.“ Wenn ich’s also richtig verstanden habe, war ich bei einem historischen Augenblick dabei.



Das Kombinationsspiel des FC Basel ist teilweise recht schön anzusehen. Aber der heutige Gegner, immerhin der norwegische Meister Brann Bergen, macht es ihnen auch leicht. In der zweiten Halbzeit gibt es Chance auf Chance für Basel, ein Tor fällt indes nicht. „So schad’“, raunt ein älterer Herr hinter mir ein ums andere Mal.

In der Reihe vor mir trinken drei Frauen Tee und bieten sich „Zückerli“ an, also Bonbons. Als ich mit dem Gedanken spiele, mir auch einen Tee zu holen (eigentlich absurd für einen Fußballabend, aber es wird gerade empfindlich kalt und Glühwein hab ich noch nicht gesehen), ist das Spiel aus. Basel gewinnt 1:0 gegen den norwegischen Meister und zieht vorzeitig in die nächste Runde des UEFA-Cups ein.



Ein Fußballfest auf europäischem Parkett war das nicht gerade. Aber trotzdem irgendwie nett. Fußballerisch kann der SC Freiburg mit diesem Niveau allemal mithalten. Wann spielen wir eigentlich mal wieder im UEFA-Cup?