Investition geplant

Überlastetes Tiergehege: Freiburg will den Mundenhof vergrößern

Joachim Röderer

An Wochenenden kommt der Mundenhof schnell an seine Kapazitätsgrenze. Die Stadt Freiburg sieht die Probleme und will handeln: Das populäre Tiergehege soll erweitert werden.

Auf der Zufahrtsstraße staute sich am Sonntag die Blechlawine der Autos zurück bis zum Zubringer – und drinnen auf den Wegen des Tiergeheges schoben sich die Massen – trotz der Weitläufigkeit des Areals. Die Besucherzahlen des Mundenhofs steigen immer weiter. Es kommen nicht nur Freiburger, sondern Besucher aus der ganzen Region, auch aus dem Elsass. Die Stadt sieht die Probleme und will handeln: Der Mundenhof soll vergrößert, das Personal aufgestockt werden.


Bei 8000 Besuchern pro Tag ist die Kapazitätsgrenze erreicht

Vor allem viele Familien hatten an den vergangenen beiden sonnigen Sonntagen die gleiche Idee: Sie fuhren zum Mundenhof. Dort ging die Infrastruktur unter diesem Ansturm in die Knie – es gab Stau vor und im Tiergehege. Die Stadtverwaltung schätzt, dass jeweils rund 8000 große und kleine Menschen das Tiergehege besuchten. An solchen Tagen sei die Kapazitätsgrenze erreicht. "Der Mundenhof ist nicht unbegrenzt aufnahmefähig", sagt Stadtsprecher Toni Klein. Ab einem bestimmen Andrang leide die Qualität des Aufenthalts, der Mundenhof verliere seinen Charakter als Tiergehege.

2018, im Jahr des 50.Geburtstags des Mundenhofes, haben 390 000 Menschen das Tiergehege besucht – ein neuer Rekord. In den Zahlen schlagen sich die Jahre mit Geburtenrekorden nieder. Nach dem Eindruck der Stadtverwaltung kommen auch immer mehr Besucher aus der Region auf das 38 Hektar große Areal. Abgesicherte Zahlen gibt es aber nicht, die letzte offizielle Erhebung stamme aus dem Jahr 2012, heißt es im Rathaus.

Der Eintritt zum Mundenhof ist frei. Besucher, die mit dem Auto kommen, zahlen eine Parkgebühr von 5 Euro. Die kann man an Automaten bezahlen. Weil es bei hohem Besucheraufkommen aber viele Nichtzahler gibt, kassiert ein Parkplatzdienst direkt die ankommenden Fahrzeuge ab. Manchmal fehlt dieser Dienst – wie am besucherstarken vergangenen Samstag. Teilweise sei zu Stoßzeiten auch auf das Kassieren verzichtet worden, um den Stau zu verkleinern.

Grundsätzlich wünsche man sich, so die Stadtverwaltung, dass die Besucher ohne Auto kommen. Die Buslinie 19 fährt ab der Paduaallee den Mundenhof an. "In den Bussen gibt es immer freie Sitzplätze", sagt VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Der Bus fährt sonntags zwischen 11 und 17 Uhr allerdings nur drei Mal den Mundenhof an, an Samstagen gar nicht. Bleibt als ÖPNV-Alternative noch die Straßenbahnlinie 5. Von der Endhaltestelle Bollerstaudenweg im Rieselfeld braucht man gut 20 Minuten für die rund 1,8 Kilometer Fußmarsch zum Eingang des Tiergeheges.

Die grüne Ratsfraktion hat den Haushaltsantrag gestellt, eine Erweiterung des Mundenhofs zu prüfen – auch vor dem Hintergrund des neuen Stadtteils Dietenbach. Gemeinderätin Nadyne Saint-Cast sagt, sie könne sich auch neue Angebote vorstellen, wie einen Indoor-Spielplatz oder einen Streichelzoo.

Die Stadt will auch neue Flächen erschließen

"Ja, es besteht Handlungsbedarf, den Mundenhof für die aktuellen Besucherzahlen an Frühlingswochenenden besser aufzustellen", räumt auch Stadtsprecher Toni Klein ein. Der Ausbau der Gaststätte mit neuen Toiletten werde in diesem Jahr abgeschlossen. Seit einem Jahr sei der Betriebshof fertiggestellt. Wege, Brücke und Ställe sollen verlegt werden, damit die Wege der Mitarbeiter-Fahrzeuge besser von denen der Besucher getrennt sind. "Wir brauchen mehr Personal und Geld", so Klein. Man wolle keine überstürzten Einzelmaßnahmen, sondern die weiteren Investitionen auf den Mundenhof im Jahr 2030 ausrichten.

Die Stadt will die verfügbaren Flächen und Angebote optimieren. Es sollen aber auch neue Flächen erschlossen und die Besucher in bislang nicht nutzbare Bereiche gelenkt werden. "Weil es hierbei um größere Flächenveränderungen und Investitionen geht, werden wir die verschiedenen Nutzer und Nachbarn des Mundenhofs in die Planungen einbeziehen", so Sprecher Toni Klein. Zu all diesen Fragen wollen das zuständige Dezernat und das Forstamt eine Arbeitsgruppe einrichten. Diese soll der Stadtspitze und dem Gemeinderat dann ein Zukunftskonzept vorlegen.