Überfall auf AfD-Stand am Rathausplatz - Wahlkämpferin wehrt sich mit Regenschirm

Saskia Scherer

Polizeieinsatz auf dem Rathausplatz: Eine vierköpfige Gruppe hat am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr den Wahlkampfstand der Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) überfallen. Die Unbekannten sollen Flyer und Infomaterial an sich gerissen und ins Bächle geworfen haben. Eine Standmitarbeiterin der AfD wehrte sich mit einem Regenschirm. Was da los war:

Es war ein normaler Wahlkampfeinsatz des Freiburger Kreisverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) auf dem Rathausplatz. Friedrich Graf von Spee (Foto oben), Vorstandsmitglied des Kreisverbands, stand seit 9.30 Uhr mit mindestens zwei weiteren Wahlkampfhelfern auf der Straße vor dem Eiscafé und verteilte Flyer an Passanten, als sich die Gruppe im Rücken der Wahlkämpfer anschlich.


"Es waren zwei Jungs und zwei Mädchen", sagt der 30-jährige Promotionsstudent im Fach Jura. Nach seinen Angaben sollen die Täter schwarz gekleidet und schwarzhaarig gewesen sein. "Sie kamen von hinten an den Stand und nahmen Flyer, Veranstaltungsprogramme und Wahlprogramme mit." Auch eine Unterstützerliste mit Unterschriften sei darunter gewesen. Das meiste Material, darunter auch die Unterschriftenliste, konnte später gefunden und zurückgebracht werden, allerdings nass und unbrauchbar.



Nach dem Überfall versuchten die Täter zu flüchten. "Ich konnte eine Frau festhalten. Sie war etwa 25 Jahre alt", sagt Graf von Spee. Die festgehaltene Frau wollte sich losreißen. Nach seinen Schilderungen kam ihr der Rest der Gruppe zu Hilfe und befreite die Frau. Eine Wahlkämpferin der AfD kam dem Graf zu Hilfe und schlug nach eigenen Angaben mit einem Regenschirm (Foto unten) ein oder zweimal auf den Rucksack einer Person aus der Gruppe ein. Auch ein Kellner aus einem benachbarten Café sei dazugestoßen. Es habe sich ein kurzes Gerangel ergeben, kurze Zeit später sei die Gruppe weggelaufen.

Wenig später konnte ein Geschäftsstellenmitarbeiter der AfD eine der mutmaßlichen Täterinnen in der Gauchstraße festhalten. Diese beschwerte sich jedoch nach fudder-Beobachtungen lautstark und forderte den AfD-Mann auf, sie loszulassen. Ob die Frau tatsächlich an dem Überfall beteiligt war, ist ungewiss.

Laut Graf von Spee hatten sie bei ihrer Wahlkampfarbeit bisher keinerlei Probleme. "Ich bin froh, dass es kein tätlicher Angriff war", sagte er nach dem Überfall, nachdem die Polizei die Personalien aufgenommen und Zeugen befragt hatte. "Wir lassen uns nicht unterkriegen!" Morgen wollen sie wieder da sein.