U18-Landtagswahl: Jugendliche hätten den Landtag gerne grün-rot

Janna Breitfeld

30.000 Kinder und Jugendliche haben beim U18-Jugendwahlprojekt in Baden-Württemberg ihre Stimme abgegeben. Wie bei der echten Landtagswahl machten sie in einem Wahllokal ihr Kreuzchen. Das Ergebnis zeigt: Die jungen Wähler hätten in ihren Landtag vor allem die Grünen und die SPD herein gelassen. Für die CDU dagegen war verhältnismäßig wenig Platz. Besonders bei der Freiburger Jugend, die sich ihren Landtag noch grüner und noch weniger schwarz gewünscht hätte, als im Rest des Landes.



Beim Jugendwahlprojekt U18, organisiert vom Landesjugendring und AGJF, konnte jeder, der unter 18 Jahre alt war, seine Stimme abgeben. Vom 14. bis zum 18. März verwandelten sich dafür Schulen, Jugendtreffs und andere Einrichtungen wie bei der echten Landtagswahl in Wahllokale. Insgesamt haben dort 30.000 Kinder und Jugendliche ihr Kreuzchen gemacht - 1908 davon in Freiburg.


Landesweiter Favorit der jungen Wähler waren die Grünen mit 34 %, gefolgt von der SPD, die 23 % der jungen Stimmen erhielt. Auch den Piraten hätte die Jugend mit 8,7 % Eintritt in den Landtag gewährt. Die CDU hat mit 17,2 % weniger herausragend abgeschnitten. In Freiburg allerdings fiel das Wahlergebnis mit über 50 % für's Bündnis 90/Die Grünen noch grüner und noch weniger schwarz aus. Mit solch einem hohen Ergebnis hatte der Landtagsabgeordnete Reinhold Pix nicht gerechnet: "Das hat uns fast schon ein bisschen umgehauen. Aber das zeigt ja, dass wir die Themen richtig setzen und nicht dem Zeitgeist hinterherlaufen."

Daniel Sander von der CDU zeigt sich über die Unbeliebtheit seiner Partei bei den jungen Wählern weniger überrascht: "Seit ich denken kann, kommt die CDU bei den Erstwählern nicht so gut an. Wahrscheinlich sind wir einfach nicht attraktiv genug, denn manche Themen sind strittig, die Studiengebühren zum Beispiel." Groß etwas an ihrem Image ändern möchte die CDU aber trotzdem nicht. "Klaus Schüle hat zwar einen Erstwähler-Brief geschrieben und Bernhard Schätzle steht mit fudder in Kontakt, aber man muss halt auch zu seinen Grundsätzen stehen", sagt Sander. Gar nicht in den Landtag geschafft hätten es übrigens, wenn es nach den unter 18-Jährigen ginge, weder die FDP, noch die Linke. Nur in Freiburg II hätte die Linke die 5% Hürde geknackt.

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