Verfahren

U-Haft für Hussein K. verlängert

Joachim Röderer & BZ-Redaktion

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat nach sechs Monaten die U-Haft für den mutmaßlichen Sexualmörder Hussein K. verlängert. Der Prozess soll im September beginnen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hat angeordnet, dass die Untersuchungshaft gegen den mutmaßlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling Hussein K. verlängert wird. Das teilte das OLG am Montag mit. Dem nach eigenen Angaben 17-Jährigen wird vorgeworfen, am 16. Oktober 2016 in Freiburg die 19 Jahre alte Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet zu haben. Die Fortsetzung der U-Haft musste vom OLG geprüft werden, da der Beschuldigte seit sechs Monaten im Gefängnis sitzt und bislang noch kein Prozess stattgefunden hat.


Das OLG erkannte den notwendigen wichtigen Grund, der eine Verlängerung rechtfertigt, weil die Staatsanwaltschaft immer noch im Ausland nach Informationen sucht. Ein Ziel ist, Dokumente zu finden, die das Alter von Hussein K. genau belegen. Zwei von Rechtsmedizinern angefertigte Altersgutachten gehen davon aus, dass er "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" mindestens 22 Jahre alt ist. Vom Alter hängt ab, ob Jugendstrafrecht angewandt und ob der Prozess vor der Jugendkammer oder einem Schwurgericht geführt wird. Die Recherchen in Ländern wie Griechenland und im Iran haben bislang keine neuen Dokumente gebracht. "Weder Personalien noch Herkunft sind sicher geklärt", erklärte am Montag Michael Mächtel, der Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass Hussein K. vor seiner Flucht nach Europa lange Zeit im Iran gelebt hat.

Vorgesehen ist nach wie vor, dass der Fall vor der Jugendstrafkammer verhandelt wird. Auch die Jugendkammer könnte, wenn es zum Schuldspruch kommt, den Beschuldigten nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilen, abhängig vom Ergebnis der Beweisaufnahme. Der Prozess könnte am 5. September beginnen. Das Urteil soll demnach nach 13 Verhandlungstagen am 16. November fallen.