u-asta boykottiert Studiengebühren

Christian Deker

Die Vollversammlung aller Studenten der Uni Freiburg hat gestern abend den Boykott der Studiengebühren beschlossen. Damit wollen die Freiburger Studenten die Landesregierung zwingen, die eingeführten Studiengebühren zu überdenken. Auch in Karlsruhe und Tübingen werden Boykotts geplant. Der Stuttgarter Gesetzgeber soll so unter Druck geraten.

Benjamin Greschbach, Vorsitzender des Freiburger u-asta, freut sich über das Ergebnis der gestrigen Versammlung: "Der Hörsaal 2004 war mit über 700 Studenten gefüllt. Bei der Abstimmung über den Boykott gab es drei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen. Der Rest stimmte dafür."


Der Boykott wird ab Januar in die heiße Phase gehen. Bis dahin muss der Freiburger u-asta möglichst viele Studenten informieren. Der u-asta will die Studenten davon überzeugen, die Studiengebühren auf ein Treuhandkonto zu überweisen, anstatt der Hochschule das Geld zu zahlen.

Den Stichtag wollen die u-astas auf einen Tag in den ersten beiden Februarwochen legen (nach Abstimmung mit anderen Universitäten). Wenn sich bis zu diesem Zeitpunkt in Freiburg mehr als 5500 Studenten am Boykott beteiligen, glückt die Aktion. Dann nämlich bleiben die 500 Euro Studiengebühren, die die boykottierenden Studenten im Voraus überwiesen haben, auf dem Treuhandkonto, das ein unabhängiger Anwalt verwaltet.

Sollten weniger als 5500 Studenten mitmachen, überweist der u-asta das Geld vom Treuhandkonto rechtzeitig an die Uni. "Die Chancen, als Boykottierender exmatrikuliert zu werden, sind sehr gering. Die Uni wird es sich  kaum leisten, in ihrem Jubiläumsjahr eine Massenexmatrikulation durchzuführen", sagt Greschbach. Der Sozialbeitrag von 105 Euro werde sowieso ganz normal an die Uni überwiesen.  

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