TXT: Sprachfestival für mutierende Texte

Claudia Kornmeier

Kaum sind die Theatertage vorbei, folgt auch schon das nächste Kulturfestival. Heute in einer Woche beginnt das "Festival für mutierende Texte", das seinen Höhepunkt nächstes Wochenende mit Lesungen, Poetry Slam und Theatersport feiert.



Studierende des Studiengangs Internationales Kulturmanagement am Institut für Sprachen und Wirtschaft (ISW) müssen eine Abschlussarbeit vorlegen. Wie sie diese Abschlussarbeit gestalten, steht ihnen völlig frei. Bei Julian Arayapong, Tanja Rochow und Sebastian Sadowski (Bild unten) ist "TXT - Festival für mutierende Texte“ herausgekommen.


Ziel des Festivals: Die ganze Stadt schreibt miteinander an fünf Texten zu den Themen: Distanzüberbrückung, Himmelhoch und Bodenlos, Zukunft, Einsamkeit und Freundschaft.

Geschrieben wird an Computern in fünf telefonzellenartigen Boxen, die von heute, Donnerstag, 2. Juli, bis Samstag, 11. Juli, durch die Stadt wandern. Vom Mundenhof über die Ferdinand-Weiß-Straße, auf die Märkte am Stühlinger und in der Wiehre, quer durch die Innenstadt mit Stopps im Kamikaze, dem White Rabbit und der Uni, hoch auf den Schlossberg. Über das Internet sind die Computer miteinander verbunden. Immer die letzten drei Zeilen werden auf den Bildschirmen zu sehen sein. Jeder kann mitmachen. Und jeder soll auch mitmachen. „Unser Ziel ist, Literatur und Kunst aus den Institutionen herauszutragen. Nicht im Theater oder im Museum, sondern auf der Straße für jeden unmittelbar erreichbar soll unser Projekt stattfinden“, sagt Tanja.

Den ersten Satz wird am Donnerstag irgendwer auf dem ZMF oder am Stadttheater schreiben. Dann geht es nämlich los. Die ersten zwei Boxen werden aufgebaut und eröffnet. Immer mindestens ein Betreuer begleitet eine Box. Außerdem sollen verschiedene Aktionen um die Boxen herum stattfinden. Die Box auf dem ZMF werden Graffitisprüher in ein Kunstwerk verwandeln.

Andere Boxen können von jedem mit Kreide bemalt werden. Am Stadttheater wird Gerald Walter die Box mit seinem Ape Café begleiten. „Die Orte sollen auch zum Verweilen einladen“, sagt Tanja.



Die Eröffnungsrede wird am 9. Juli Open Air vor dem Alten Wiehre Bahnhof der Autor Albert Ostermaierhalten, der zugleich Schirmherr des Festivals ist. Anschließend liest Jörg Albrecht. Am Freitag geht es weiter mit einem Poetry Slam moderiert von Sebastian23 im Werkraum des Stadttheaters. Am Samstag werden dann die Theatersportgruppen Lux und L.U.S.T. die Texte, die die Freiburger gemeinsam produziert haben, auf die Bühne bringen. Begleitet wird das Festival außerdem von einem Kinderprogramm. Das Internet ist zentrales Medium des Projekts. Ohne Internet wäre eine Vernetzung der Texte über die Stadtteilgrenzen hinweg nicht möglich. Das Internet soll daher auch thematisch im Vordergrund stehen. Die Organisatoren hoffen auf eine Auseinandersetzung und einen Diskurs mit den Besuchern über die Möglichkeiten, die das Internet eröffnet, aber auch seine negativen Seiten, wie die Vereinsamung vor dem eigenen Laptop.

Und wenn es schief geht?
Niemand mitmacht? Der Text völlig unbrauchbar wird? „Das wird nicht passieren“, sagt Tanja und lacht optimistisch. „Die Kontrolle über die Texte und damit ja auch den weiteren Verlauf des Festivals aus der Hand zu geben, ist auch irgendwie spannend.“





Mehr dazu:

Was: TXT Festival
Wann: Donnerstag, 9. bis Sonntag, 11. Juli 2009
Wo: An diversen Orten in Freiburg