Tutorial: Wie erstellt man ein 3D-Logo?

Janos Ruf

Alle haben sie schon gesehen: Dreidimensionale Bilder, die am Computer erzeugt worden sind. 3D-Modelling kommt vor allem in der Werbe- und Unterhaltungsindustrie zum Einsatz, beispielsweise für Firmenlogos oder Animationsfilme. Doch wie wird das eigentlich gemacht? Janos führt euch mit diesem Tutorial in die digitale 3D-Welt ein.

Zunächst benötigt man einen 3D-Editor. Bekannte Programme dieser Art sind zum Beispiel 3ds Max, Maya, Cinema 4D oder das Open-Source-Programm Blender.

Bei diesen Programmen hat man nun eine kleine Auswahl an Basisobjekten wie Kugel oder Würfel, die man bearbeiten und kombinieren kann. Ebenso kann man mit verschiedenen Techniken eigene Objekte erzeugen, Objekten eine Oberfläche zuweisen und etwas animieren.

Für dieses Tutorial werde ich das fudder-Logo modellieren. Zuerst widmen wir uns dem Fisch. Die einfachste Weise ihn zu erstellen, ist ihn mit sogenannten Splines nachzuzeichnen und daraus ein Objekt zu erstellen. Eine Spline ist eine durch mehrere Punkte definierte Kurve. Sie dient unter anderem dazu, Objekte zu erstellen oder Objekte an ihr entlangzubewegen. Wir zeichnen also die Umrisse des fudder-Fischs mit Splines nach, das Ergebnis sieht dann so aus:



Nun benutzen wir ein spezielles Objekt, das durch räumliches Verschieben der zweidimensionalen Splines ein dreidimensionales Objekt erstellt.

Das Ergebnis:



Das ist zwar noch etwas farblos, aber zuerst widmen wir uns dem Schriftzug und färben danach alles auf einmal ein.

Die Schrift erstellen wir auf die gleiche Art und Weise wie den Fisch – nämlich mit Splines. Allerdings wird dies durch das Programm stark vereinfacht. So müssen wir nicht die Buchstaben nachzeichnen, sondern benutzen ein Textspline-Objekt, das uns die Splines basierend auf dem eingegebenen Text automatisch erzeugt.



Und nun erzeugen wir daraus wieder ein Objekt:



Jetzt kommen wir zur Farbgebung. Hierzu erzeugen wir so genannte Materialien.

Diese bestimmen diverse visuelle Eigenschaften eines Objekts, beispielsweise Transparenz, Oberflächenstruktur ("Bump maps"), Spiegelung und – in unserem Fall am wichtigsten – die Farbe. Anstatt einer einfachen Farbe kann man auch ein Foto oder ähnliches verwenden, zum Beispiel für Holz.

In unserem Fall benötigen wir aber nur die vier Farben Orange, Grün, Schwarz und Weiß und das ganze ohne weitere Effekte. Wir erzeugen also die benötigten Materialien und weisen sie den entsprechenden Objekten zu.



Da der schwarze Hintergrund die ebenfalls schwarzen Ränder von Fisch und Schriftzug verschluckt, wirkt das Bild nicht mehr dreidimensional. Besser ist ein weißer Hintergrund:



Noch besser wäre natürlich ein „richtiger“ Hintergrund, beispielsweise eine Wiese und Himmel. Auch diese lassen sich relativ einfach erstellen. Hierzu benötigen wir eine Ebene, die wir ebenfalls mit dem grünen Material ausstatten.



Das sieht nun allerdings kaum nach Wiese aus. Deshalb benutzen wir an dieser Stelle noch ein Haar-Objekt. Wie der Name schon sagt, dient es eigentlich der Simulation von Haaren, allerdings kann man damit auch sehr schönes Gras erzeugen. Man braucht dazu bloß grüne Haare zu verwenden.



Schon besser. Nun zum Himmel: Für den Himmel brauchen wir eine große Kugel, die die ganze Szene umgibt. Wir erstellen ein neues Material und ordnen ihm ein Himmelfoto als Oberfläche zu. Das Material bekommt die Kugel (zur Veranschaulichung transparent):



Nun suchen wir uns eine passende Perspektive heraus, stellen etwas Tiefenunschärfe ein um das Logo freizustellen, und fertig: