Tutorial: Wie erstelle ich Panoramafotos?

Janos Ruf

Unter einem Panoramafoto versteht man gemeinhin ein meist breitformatiges Bild, das einen sehr großen Blickwinkel abdeckt – oft 180° oder mehr. Wir haben einige Tipps und Werkzeuge zusammengestellt, die euch das Anfertigen von Panoramas erleichtern.

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Panorama Seepark: Bild zum Vergrößern klicken

Im Zeitalter der digitalen Fotografie besteht ein Panoramafoto meist aus mehreren Einzelbildern, da es nur sehr wenige digitale Panoramakameras gibt und diese auch nur im fünfstelligen Preisbereich zu finden sind. Nachdem man also seine Szene auf mehreren Fotos abgelichtet hat, werden diese Bilder am PC zusammengesetzt. Fertig ist das Panorama.


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Panorama Elzach: Bild zum Vergrößern klicken

Doch was braucht man und was muss man beachten? Zur Ausrüstung: Wenn man in einem auf Fotografie spezialisierten Forum fragt, was für eine Ausrüstung man haben sollte, wird einem (von einer Kamera abgesehen) ein Stativ und ein Nodalpunktadapterempfohlen. Wofür ein Stativ nützlich ist, dürfte bekannt sein; was ein Nodalpunkt- oder Panoramaadapter ist, eher weniger. Solch ein Adapter wird dazu benutzt, um die Kamera um eine frei wählbare Achse zu rotieren. Im Falle der Panoramafotografie sollte diese Achse den vorderen Nodalpunkt des Objektivs schneiden. Das ist der Punkt, an dem das Licht an der vorderen Linse des Objektivs in selbiges eintritt. Diese Einstellung wird verwendet, um sogenannte Parallaxenfehler, die zu Problemen beim Zusammenfügen der Bilder führen können, zu vermeiden.

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Panorama ZMF: Bild zum Vergrößern klicken

Wem die ganze Fachsimpelei zu blöd ist, der kann jetzt aufatmen. Die meisten Programme haben mit solchen und anderen Fehlern kaum Schwierigkeiten. Wer also wenig Wert auf technische Perfektion legt, kann auch einfach nur mit einer Kamera losziehen und fotografieren. Dabei sollte er allerdings auch das eine oder andere beachten.

Zuerst einmal müssen sich die Einzelbilder natürlich überschneiden. Kein Programm kann erraten, dass zwischen zwei Fotos noch ein Busch war, der es leider nicht auf eines der Bilder geschafft hat. Die Bilder sollten sich zu 25 bis 50% überschneiden – abhängig davon, ob es viele markante und für den PC gut erkennbare Stellen gibt oder nicht. Und natürlich davon, wieviele Fotos man machen möchte.



Auch sollte man darauf achten, dass der Horizont in jedem Bild auf etwa der gleichen Höhe liegt. Ist das nicht der Fall, muss man nach dem Zusammenfügen eventuell viel vom Bild wegschneiden, wenn man leere Flächen vermeiden will. Fotografiert wird meist hochkant, so bekommt man mehr auf das Panorama, muss allerdings auch mehr Fotos machen.

Nachdem man also munter fotografiert hat, muss man die Fotos zusammenfügen. Dafür gibt es diverse kostenlose und noch mehr kostenpflichtige Programme:

Adobe Photoshop (kostenpflichtig): Dieser Allrounder kann mittlerweile auch Fotos zu Panoramas zusammenfügen. Die Funktion bei Photoshop heißt "Photomerge", zu finden unter Datei --> Automatisieren --> Photomerge. Besonders viele Einstellmöglichkeiten hat man bei Photoshop leider nicht, lediglich ein paar Häkchen lassen sich setzen.

  • Blend Images Together sorgt dafür, dass die Fotos miteinander "verschmelzen", das heißt, dass es weiche Übergänge zwischen den einzelnen Fotos gibt.
  • Vignette Removal korrigiert leichte Helligkeitsunterschiede.
  • Geometric Distortion Correction korrigiert Verzeichnungen, beispielsweise vom verwendeten Objektiv.
Danach muss man noch einstellen, wie die Bilder zusammengefügt werden sollen. Hier sprechen die Icons für sich.



In den meisten Fällen empfiehlt sich jedoch, die automatische Zusammenfügung aktiviert zu lassen. Sie erzielt in der Regel die besten Ergebnisse.

Wenn man das alles erledigt hat, klickt man auf "OK" und lässt das Programm arbeiten. Photoshop lädt nun die Einzelbilder in einzelne Ebenen und erstellt das Panorama. Nach einiger Zeit (abhängig von der Größe des ganzen Bildes und der Arbeitsgeschwindigkeit des Rechners) ist das Panorama dann fertig.

Ein anderes, kostenloses Tool nennt sich Hugin. Das Programm ist speziell für Panoramas und bietet wesentlich mehr Einstellmöglichkeiten als Photoshop.



Nachdem man die Einzelbilder in das Programm geladen hat, muss man festlegen, mit welchem Objektiv die Bilder entstanden sind. Hierzu gibt man Art des Objektivs (Geradlinig, Fischauge etc), Brennweite des Objektivs sowie Formfaktor der Kamera an.

Danach überprüft die Software die Bilder und legt Kontrollpunkte fest, anhand derer die Bilder dann zusammengefügt werden. Man kann jedoch auch selbst Kontrollpunkte hinzufügen, wobei das Programm sehr zuverlässig arbeitet.



In Hugin kann man auch Blickwinkel und Größe des Panoramas selbst festlegen. Das Programm bietet aber auch zu jeder Einstellung eine Automatik an, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen.



Zur Überprüfung der Einstellungen bietet Hugin ein Vorschaufenster, in dem man auch direkt einige Parameter, wie zum Beispiel den Blickwinkel, ändern kann.



Auch hier gibt es eine gut funktionierende Automatik.

Zwei ändernde Programme wären:

  • Stitcher Unlimited: kostenpflichtig, spezielles Programm für Panoramas, sehr professionell. Viele Einstellmöglichkeiten, verzeiht aber auch weniger Fehler.
  • Panorama Workbench: kostenpflichtig, einfach zu bedienendes Panoramaprogramm, ermöglicht jedoch auch komplexere Einstellungen.
Die Programme arbeiten alle recht zuverlässig, viel Handarbeit ist dabei nicht nötig. Man kann aber auch versuchen, die Fotos mit einem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm manuell zusammenzufügen. Hierbei funktioniert wohl einfaches Ausprobieren am besten, ein bestimmtes Rezept gibt es nicht. Nachdem das Panoramabild zusammengefügt wurde, muss man meistens noch den Rand wegschneiden, da der Rand immer eher ungerade ist.



Fertig ist das Panorama: