Tunespoons Zukunft ist ungewiss

David Weigend

Tunespoon, eine beachtliche Alternativplattform für Musikvideos, ist vom Zerfall bedroht. Da nun fast alle Redakteure die Homebase Furtwangen verlassen werden (Studienabschluss), kann die Rumpfcrew das Tagesgeschäft kaum noch bewältigen.



Tunespoon ist ein gestreamtes Online-Musikfernsehen, fernab von Hitparadengedudel und kommerziellen Interessen. Die Tunespooner sind Studenten der FH Furtwangen. Hervorgegangen ist ihr Projekt aus dem Radiosender Gute Laune Furtwangen (GLF). Tunespoon bietet redaktionelles Musikfernsehen, arbeitet mit einem professionellen Programmplan und zeigt Videos, die sonst nirgendwo zu sehen sind - aus allen Popgenres. Im Januar 2005 gingen die Schwarzwälder auf Sendung, vier Monate später wurden sie bereits für den begehrten Grimme Online Award nominiert.


Wie es weitergeht mit dem vielgelobten Internetkanal, ist ungewiss. Vier Mitglieder der Non-Profit-Redaktion haben das Studium beendet und werden sich in den nächsten Monaten in Deutschland verstreuen. Projektleiter Florian Brandel ist noch der aktivste Tunespooner und kümmert sich zur Zeit um Videoeinspeisung, Inhalte und Kommunikation. Auf Sparflamme, wie er sagt: "Dementsprechend mager sieht zur Zeit unser Content aus." Die abnehmende Tendenz ist schon seit einigen Monaten erkennbar. Zwar sind alle Mitarbeiter noch dabei. Jedoch arbeiten von ihnen einige schon, andere sind mit Bewerbungen beschäftigt.

Zum Leidwesen der großen Community. "Ob wir die Zukunft von Tunespoon selbst in die Hand nehmen können, ist unklar", so Brandel. Falls dies nicht möglich sei, müsse man die Verantwortung für die Seite aus der Hand geben. Im Furtwanger FH-Umkreis höre man sich schon mal nach Kandidaten um. Brandel: "Es ist sehr schade. Aber es geht nun mal nicht anders."