Türsteher-Gerichtsprozess eskaliert

Eva Hartmann

Im Amtsgericht wird derzeit gegen zwei Türsteher der Freiburger Discothek Funpark verhandelt: In sechs Fällen wird ihnen schwere Körperverletzung vorgeworfen. Gestern ist der zunächst auf zwei Tage angesetzte Prozess eskaliert.



Dass der Prozess um die beiden Türsteher kein ganz gewöhnlicher Fall werden würde, ließ bereits die Aussschreibung erahnen: Zwei Prozesstage waren angesetzt und insgesamt 27 Zeugen geladen.


In insgesamt sechs Fällen wird den beiden Türstehern vorgeworfen, Gäste der Diskothek meist ohne gerechtfertigten Grund körperlich misshandelt und teilweise massiv bedroht zu haben. In einem Fall wurde ein Gast der Discothek sogar lebensgefährlich verletzt und in allen sechs Fällen spielt der so genannte Notausgang eine zentrale Rolle: ein abgetrennter Raum im Eingangsbereich der Diskothek, in dem es regelmäßig zu heftigen körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Türstehern und Gästen kommen soll.

Gleich zu Beginn des ersten Sitzungstages (Mittwoch) wurde deutlich, dass dieser Prozess deutlich mehr Brisanz enthält als andere Verhandlungen: Insbesondere trug der Anwalt einer der beiden Angeklagten zu einem deutlich angespannten Klima im Gerichtssaal bei. Seine Taktik schloss heftige verbale Auseinandersetzungen mit dem Staatsanwalt genauso ein, wie Verstöße gegen die Strafprozessordnung.

Gestern, am zweiten und eigentlich letzten Prozesstag eskalierte die Situation, als der Rechtsanwalt und die Richterin in einer Art und Weise aneinander gerieten, die jede Gerichtsshow im Fernsehen weit übertraf. Als der Anwalt der Richterin Befangenheit vorwarf und ihre Absetzung forderte, verließ diese türknallend den Gerichtssaal. Die Verhandlung musste unterbrochen werden.

Es wird nun über eine mögliche Befangenheit der Richterin entschieden; sollte die Richterin als befangen eingestuft werden, wird der Fall neu aufgerollt, mit neuem Richter. Vor dem 5. November ist in dieser Hinsicht mit keiner Entscheidung zu rechnen.

fudder wird in den nächsten Tagen ausführlicher über den Verlauf der Verhandlung berichten und den Prozess weiter verfolgen.

Mehr dazu:

fudder.de: Freispruch für drei Funpark-Türsteher