Treue Freunde über den Tod hinaus

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass der alte Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe an seinem Freund Friedrich Schiller nicht nur dessen Dichtkunst schätzte? Er war ihm und seinen inneren Werten auch nach der Sturm-und Drangphase noch sehr verbunden.

Im Jahre 1826 lieh sich Goethe heimlich etwas aus der Anna-Amalia-Bibliothek zu Weimar aus: Dort lag der Schädel des schon über 21 Jahre toten Schiller, den Goethe für seine anatomischen Studien benutzte.

Er brachte ihn später ohne großes Aufsehen und unauffällig wieder zurück. Er hatte nur seinem Freund Wilhelm von Humboldt von seiner Missetat erzählt. Dass wir es heute wissen, verdanken wir dessen Geschwätzigkeit.
Die beiden Dichter ruhen inzwischen vollständig und in Frieden nebeneinander auf dem neuen Weimarer Friedhof in der Fürstengruft