Trekiger Geburtstag

Anselm Müller

Die Science-Fiction-Kultserie Star Trek feiert in diesem Monat ihren 40. Geburtstag. Auf fudder gibt's einen Rückblick mit den schönsten Übersetzungsfehlern und den besten Treki-Links zu YouTube & Co. Nicht nur für Fans!

Am 8. September 1966 startet der US-Sender NBC eine Serie, die bis heute eine weltweite Fanschar anzieht und viele Seiten des Internet füllt (Google: 108.000.000). Die Rede ist von Star Trek, auf Deutsch: Raumschiff Enterprise. "Captain an Krankenstation!", "Pille, wie sieht es aus?", "Auf den Schirm!", diese Ausrufe gehören zur Allgemeinbildung eines SciFi-Interessierten. Der kennt natürlich auch die Klingonen, Qs, Romulaner und Borg sowie die technischen Errungenschaften aus der Enterprisewelt. Beamer, Replikator, Warp-Antrieb, Photonen-Torpedo und Holodeck. Die seit dem Geburtstag entstandenen sechs Serien sowie zehn Kinofilme sind längst Teil der Popkultur geworden.


We are not amused ? eine Crew wird ausgetauscht

Die 79 Folgen der Serie entspringen dem Einfallsreichtum ihres geistigen Vaters Eugene Wesley “Gene” Roddenberry. Als er den Studiobossen den Pilot vorlegte, waren sie "not very amused". Außer dem Einflussreichsten. In den frühen sechziger Jahren standen die Studiochefs vor allem auf Western. Roddenberry erklärte, seine Serie sei ein Western im Weltraum. Anstatt Pferden gab es Raumschiffe, an Stelle von Indianern Außerirdische. Im Pilotfilm spielte nur ein Mitglied der späteren Serie mit: Spock, damals noch Wissenschaftsoffizier und nicht wie später erster Offizier. Der Captain hieß auch nicht James T. Kirk (William Shatner), sondern Christopher Pike (Jeffrey Hunter). Der erste Offizier war eine Frau, gespielt von Majel Barrett, Roddenberries späterer Partnerin. Diese Besetzung galt damals noch als progressiv und stieß bei Filmbossen und Testpublikum auf Ablehnung. Roddenberry bekam jedoch die Erlaubnis für einen zweiten Piloten. In diesem Film bildete er die Crew mit Kirk, Spock, Scotty, Uhura, Pille und McCoy. Die Besetzung der Crew mit einer Afroamerikanerin sowie der erste Filmkuss zwischen der Farbigen Uhura und Kirk galten damals als revolutionär. Es vergingen sechs Jahre, bis deutsche Fernsehzuschauer am 27. Mai 1972 zum ersten Mal diese Zeilen hörten:

Der Weltraum ? unendliche Weiten.Wir schreiben das Jahr 2200.Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise,das mit seiner 400 Mann starken Besatzungfünf Jahre lang unterwegs ist,um neue Welten zu erforschen,neues Leben und neue Zivilisationen.Viele Lichtjahre von der Erde entfernt,dringt die Enterprise in Galaxien vor,die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Leider sind sie ziemlich falsch übersetzt, der Originaltext lautet:
Space - the final frontier.These are the voyages of the starship Enterprise.It's starting mission:To explore strange new worlds,to seek out new lifeand new civilizations,to boldly go where no one has gone before.
Eine sinngemäßere Übersetzung wäre:
Der Weltraum, die letzte Grenze.Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise.Seine Mission:Fremde, neue Welten zu erforschen,neues Leben und neue Zivilisationen entdeckenund mutig dorthin zu reisen,wo noch nie ein Mensch gewesen ist.

Von Nazi-Außerirdischen, Captain Bush und Trekicharaktertests

Bis heute ist die 52. Star Trek-Folge “Schablonen der Gewalt (Patterns of Force)” immer noch nicht in Deutschland gesendet worden. Diese Folge beschäftigt sich mit nationalsozialistischen Außerirdischen, ein Anblick, der bisher nur den Österreichern zugemutet wurde. In Deutschland gibt es "Pattern of Force" ausschließlich auf DVD. Alles Wissenswerte über Star Trek findet man auf der Star Trek Database Central Europe(SDCE) und auf der amerikanischen Seite trektoday. Auf SDCE gibt es neben einem Lexikon auch einen Zeitstrahl, der alle Ereignisse des Star Trek Universums sowie der realen Raumfahrt chronologisch anordnet. Trektoday listet täglich alle Neuigkeiten über Star Trek. Dass die Serie nicht immer einwandfrei übersetzt wurde, kann man auf der Seite von Daniel Zimmel nachlesen:
Scotty: "Das ist doch horrender Blödsinn, so was gibt's doch gar nicht! [...] Wenn wir in so kurzer Zeit diese Entfernung zurückgelegt haben, dann fress' ich 'n Besen, der zehn Jahre in Sirup gestanden hat!" Spock: "Sie sind naschhaft, Mr. Scott!"
Die Star Trek-Fangemeinde thematisiert auch den Präsidenten der USA. Captain Georg Kirk Bush, Condi Uhura Rice, Collin Spock Powell, die Taliban, der 11. September und die Verbindung der US-Regierung zur Ölindustrie (Enron, Chevron) - das ist der Plot für einen kleinen, zynischen Film. Wer wissen will, was für ein Treki er ist, kann sich einem speziellen Charaktertest unterziehen. Etwas nervig daran ist der endlose Fragebogen. Wer ihn dennoch ausfüllt, weiß am Ende, wie viel Prozent welches Star Trek-Charakters in ihm steckt.



Youtube-Trekis

Youtube ist natürlich auch ein riesiger Fundus für Star-Trek-Fans. Drei Viertel des Materials sind kurze Originalsequenzen. Ziemlich langweilig! Doch unter den restlichen 25 % gibt es einige Perlen. Zum Beispiel die zwölf Folgen umfassende Serie: Sinnlos im Weltraum, die Peter M., Daniel P., Roland K., Guido R. und Andreas W. aus Siegen produziert haben, lange bevor ein gewisser Bully Herbig seine Traumschiff Surprise-Gags zeigte. Grundlage für die Filme waren die Folgen von Star Trek: The next Generation. Schaut es euch an, ist sprachlich manchmal sehr gossenlastig, hat aber irgendwie Charme.Ein absolutes Muss ist das Star Trek Cribs Video. Der Trickfilm ist professionell mit Star Trek Figuren gedreht. Außerdem wer wollte nicht schon immer mal Spock rappen hören? Zum Schluss noch ein Video, dass für alle Star Trek-Hasser eine Lehre ist. Hütet euch vor der Rache der Trekis?

Die Zukunft: 11. Kinofilm und restaurierte Folgen

Wie geht es mit Star Trek weiter? Seit dem 16. September senden insgesamt 200 Sender weltweit die digital überarbeiteten 79 Originalfolgen von Star Trek. 2008 soll der elfte Kinofilm kommen. Regisseur ist Lost und Mission Imposible III- Mann J. J. Abrams. Möge er uns weitere neue Welten erschließen.