Treibt im Studentendorf ein Schlüpfer-Dieb sein Unwesen?

Alexander Schumacher

Immer wieder dringt er in fremde WGs im Vauban ein, durchwühlt Schubladen, lässt dabei Wertsachen liegen. Betroffene berichten: "Unterwäsche wurde geklaut!" Jetzt ermittelt die Polizei:



Vornehmlich abends schleicht ein Mann in Zimmer junger Frauen im Wohnheim. So erzählen sich das Bewohner des Studentendorfs im Vauban. Der Eindringling nutzt offene Türen und das rege Kommen und Gehen in den WGs. Sehr vorsichtig geht er bei seinen Ausflügen in fremde Wohnungen nicht vor. Mehrmals wurde er erwischt, berichten mehrere Bewohner in einer internen Facebook-Gruppe. Jedes einzelne Mal konnte er entkommen.


"Bei uns in der WG hat sich vor einer knappen Stunde vermutlich der schon öfters tätige junge Mann eingeschlichen und in meinem Zimmer gewühlt", schreibt eine Betroffene. "Konnte ihn leider nicht schnappen, da ich gerade nicht gut gehen kann und erst nicht gecheckt habe, dass er nicht ein unbekannter Freund der Mitbewohnerin ist."

"Dort stand er und wühlte durch meine Schubladen."

Auch eine weitere junge Frau beschreibt, wie sie den Täter in ihrem Zimmer erwischt hat. "Ich habe den Müll rausgebracht und als ich zurückkam, wohl die Tür nicht richtig hinter mir zugezogen. Ich war dann kurz bei meinem Mitbewohner im Zimmer und kam zwei bis fünf Minuten später in meines. Dort stand er und wühlte durch meine Schubladen." Kurios daran: "Nach Wertsachen hat er nicht gesucht, die lagen offen da."

Statt auf Computern oder Geldbörsen hat es der Eindringling wohl auf etwas anderes abgesehen. Eine weitere Bewohnerin des Wohnheims meldet in der Facebook-Gruppe einen weiteren Vorfall: "Bei uns in der WG wurde gestern Abend beziehungsweise Nacht auch eingebrochen. Dabei wurde Unterwäsche geklaut." Es gibt noch weitere Posts, die von gestohlenen Wäschestücken berichten.

Ein Augenzeuge, der den Mann aus einer fremden WG schleichen sah, beschreibt ihn gegenüber fudder: "Er ist auf jeden Fall größer als 1,80 m, trägt eine Brille und ist recht schmächtig. Eigentlich sah er aus wie ein Student." Das deckt sich mit Beschreibungen in der Bewohner-Gruppe auf Facebook. Die Brille habe einen schwarzen Rand, der Mann dunkle Haare, er sei Anfang 20.

Das Studierendenwerk bestätigt, dass es einen Eindringling gab, Geschäftsführer Clemens Metz bezweifelt aber, dass es dabei wirklich um Unterwäsche ging. Mittlerweile hat das Studierendenwerk die Polizei verständigt und Strafanzeige gestellt. Die möchte sich zu den Vorfällen an diesem Montag nicht äußern - aus ermittlungstaktischen Gründen.

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[Symbolfoto: katrin_timoff/Fotolia.com]