Titisee/Hinterzarten

Traurige Nachricht: Die vermisste Ulrike Stein ist tot

Die seit Freitagnachmittag vermisste Ulrike Stein ist tot. Ein Spaziergänger mit Hund hat die Leiche der 77-Jährigen am Montagnachmittag in unwegsamen Gelände bei Hinterzarten gefunden, so die Polizei.

Alles Hoffen war umsonst: Ulrike Stein ist tot. Die seit dem frühen Freitagabend vermisste Seniorin ist am Montag nach einer großen verzweifelten Suchaktion gefunden worden. Nach Polizeiangaben hat ein Anwohner, der mit seinem Hund unterwegs war, den Leichnam in einem sehr unwegsamen Weidegelände zwischen Titisee und Bärental gefunden, die Gemarkung gehört zu Hinterzarten. Das Gelände habe nicht zum bisherigen Suchgebiet gehört. Die Polizei hat keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden und keine Erkenntnisse darauf, wann die 77-Jährige gestorben ist.


Ulrike Stein war an Demenz erkrankt. Die Verstorbene war die Mutter der Freiburger OB-Kandidatin Monika Stein. Die Familie hatte am Nachmittag in einer für die Suche eingerichteten Facebookgruppe die traurige Nachricht übermittelt und allen Helferinnen und Helfern für ihre Unterstützung gedankt.

Hotel Maritim gibt eine Erklärung ab

Ulrike Stein hatte am Freitag gegen 17 Uhr das Pflegeheim in Kirchzarten zu einem Spaziergang verlassen. Sie war Freitagabend im Bus B des Höllentalbahn-Schienenersatzverkehrs von Freiburg nach Kirchzarten gesehen worden. Um 22 Uhr soll Ulrike Stein dann in Titisee gewesen sein und dort im Hotel Maritim versucht haben, ein Zimmer zu buchen. Dazu kam es nicht. Es steht zu vermuten, dass die Mitarbeiter im Hotel in dem Gespräch wohl gar nicht bemerkt haben, dass Ulrike Stein an Demenz leidet.

Was, wenn sie dort eine vorübergehende Bleibe gefunden hätte? In den sozialen Netzwerken werden Vorwürfe gegen das Hotel laut, die Vermisste sei abgewiesen worden. Gerd Prochaska, Geschäftsführer der Maritim Hotelgesellschaft mit Sitz in Bad Salzuflen, erklärte am Montag – kurz bevor der Tod von Ulrike Stein bekannt wurde – die Vorgänge am Freitagabend wie folgt: "Frau Stein hat an der Rezeption vom Maritim Titisee Hotel am späteren Abend (gegen 22 Uhr) nach einem Hotelzimmer gefragt. Auf unsere Empfangsmitarbeiter hat Frau Stein vollkommen normal gewirkt und nicht verwirrt oder krank. Sie war gepflegt gekleidet, hat sich normal ausgedrückt und in keinster Weise auffällig verhalten. Ihr wurde – aufgrund der Buchung am späten Abend – ein reduzierter Preis auf ein Doppelzimmer mit Seeblick angeboten. Wie üblich wird das Zimmer bei einem so genannten Walk in (ein Gast kommt ohne Vorreservierung ins Hotel) direkt berechnet. Da Frau Stein den Hotelpreis jedoch nicht zahlen konnte, nahm sie das Angebot nicht an und verabschiedete sich mit dem Hinweis, sich etwas anderes suchen zu wollen." Prochaska bittet um Verständnis dafür, "dass hier für unsere MitarbeiterInnen kein Anlass gegeben war, die Polizei zu benachrichtigen."

Offenbar ist Ulrike Stein am Freitagabend dann weitergegangen und gegen 23 Uhr Zeugen am Bahnhof in Titisee aufgefallen. Auch eine Rettungshundestaffel mit einem Mantrailerhund war zur Suche eingesetzt. Dieser Suchhund nahm eine Fährte auf, die jedoch am Campingplatz Sandbank in Titisee endete.

Suchtrupps von Polizei, Bergwacht und Helfern waren tagelang im Einsatz

Im Einsatz war am Wochenende – neben zahlreich Einsatzkräften – auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Die Suche war am Montag weitergegangen. Das Polizeirevier Titisee-Neustadt hatte über das Wochenende Unterstützung bei der Suche nach Ulrike Stein geleistet. Nach Angaben des stellvertretenden Revierleiters Clemens Winkler waren Streifen von Samstagvormittag bis Sonntagvormittag mit unterwegs, als die Bergwacht (25 Einsatzkräfte, acht Fahrzeuge) die Gegend absuchte.

Zu den Strecken, die begangen wurde, gehörte Titisee selbst, die Seebachstraße östlich von Titisee Richtung Neustadt und das Seebachtal (Richtung Bärental/Feldberg) bis zum Raimartihof, das weitläufige Hochfirstgebiet, Rotkreuz, Bärental, Hinterzarten. Das Augenmerk galt Fußwegen, Wanderwegen und Waldwegen. Von Titisee nach Hinterzarten wurde auf dem Abschnitt Altenweg bis Jockeleshof auch ein Stück beiderseits der Straße gesucht. Die Busfahrer des Schienenersatzverkehrs wurden informiert und mit einem Foto der Vermissten ausgestattet. All die öffentlich und privat initiierten Suchmaßnahmen verliefen leider erfolglos. Am Montagnachmittag konnte nur noch der Leichnam der Vermissten geborgen werden.
Podiumsdiskussion von BZ und LpB fällt aus

Wegen des Todes ihrer Mutter legt OB-Kandidatin Monika Stein eine Wahlkampfpause ein. Eine für Montagabend angesetzte Podiumsdiskussion mit Dieter Salomon und Martin Horn im Freiburger E-Werk fällt aus.