Tom Gäbel - win when you’re swinging

Johann Schwarz

Mit dem Freiburger Catering war Tom Gäbel nicht so richtig glücklich. Dies war aber auch der einzige Kritikpunkt an einem Abend, an dem Deutschlands einzig legitimer Frank-Sinatra-Nachfolger das Publikum im Jazzhaus verzauberte. Johanna Schwarz hat das Konzert für fudder besprochen.

Tom Gäbel. Schon der Name klingt so, dass man sagen möchte: „Ah, ja, genau! Der…“ Aber Gäbel schreibt sich wirklich mit A-Umlaut und heißt auch schon immer Tom. Er ist eben Gelsenkirchener und nicht New Yorker. Und dennoch erinnert er stimmlich verblüffend an jenen, der von New York behauptete, „if you can make it there, you’ll make it anywhere“ – Frank Sinatra. Auch das Swingen geht dem 31jährigen lockerer von der Hand als so manchem, der in den vergangenen Jahren meinte, man müsse nur ein Paar Lackslipper und einen Smoking tragen, ein bisschen „Mr. Bojangles“ singen und pfeifen und schon wäre man Sinatra, Martin und Co. auf den Fersen. Zusammen mit seiner Band trat Tom Gäbel am Samstag im Freiburger Jazzhaus auf. Und auch wenn er sich in seinem Tourtagebuch auf seiner Homepage über das magere Catering beklagte, so konnte er doch mit dem Freiburger Publikum vollends zufrieden sein. Knapp 200 Besucher hatten sich im Gewölbekeller eingefunden, um – teils sitzend, teil stehend, aber immer mit den Füßen wippend – seine zweistündige Show mitzuerleben und begeisternd zu applaudieren, wenn Gäbel zeigte, dass er nicht nur mit Gesang, Schlagzeug- und Posaunenspiel zu glänzen versteht (alle drei Fächer hat er in den Niederlanden studiert) sondern insgesamt das Prädikat „Entertainer“ zu tragen verdient.

Denn Tom Gäbel versteht es, neben seiner herausragenden musikalischen Leistung auch wie kaum ein anderer, das Publikum zu unterhalten: Er plaudert, scherzt und moderiert auf diese Weise einen entspannten Abend, der ein breites Publikum zu binden vermag. Sei es der Gast, den man sonst eher bei Jazzfrühschoppen treffen kann, der Musikstudent, der Jugendliche oder einfach der Fernsehzuschauer, der Gäbel bisher nur von der Mattscheibe kannte und diesen Abend nutzte, um die ausgelassene Stimmung zu genießen, die der Entertainer live zu verbreiten vermag. Sein Programm reichte dabei von den populären Swing-Klassikern wie „It was a good year“ oder „Let the good times roll“ bis zu Eigenkompositionen und Arrangements, in denen einfach das deutlich wurde, wonach so manch einer auf diesem Sektor strebt: win when you’re swinging…