Tierdemo gegen den Klimawandel in Freiburg

Julia Littmann & Daniel Laufer

Theaterleute hatten für den Freitagnachmittag zu einer Perfomancedemo aufgerufen. 300 kamen - vom Hirsch bis zur Maus:



Klima ist blöd, sagt Jella Baur. Die Elfjährige tanzt witzig watschelig mit Pinguinmaske und mit 70 anderen Pinguinwesen vor dem Stadttheater und organisiert blitzschnell, dass ein Dutzend von ihnen wieder und wieder skandieren: „Hilfe, unser Eis schmilzt!“


Die tanzenden Pinguine samt tanzendem Oberpinguin – dem Tänzer und Choreographen Graham Smith – gehören zu den etwa 300 jungen und älteren Demonstranten, die sich am Freitagnachmittag zur „Tierdemo“ vor dem Theater versammelt haben, um gegen den fortschreitenden Klimawandel – nicht gegen das Klima! – zu protestieren.



Projektverantwortlich für diese „Performancedemo“ mit dem Titel „Tanz deine Revolution“ ist Jens Burde, unterstützt wird er von einem vielseitigen Team. Ihre gemeinsame Idee: Den Klimawandel einfach mal aus einer anderen Perspektive zeigen – nämlich der der Tiere. Deren Lebensräume schwinden, ihre Lebensbedingungen verschlechtern sich.

Gorillas, Elefanten, Gottesanbeterin

Eigentlich alles bekannt. Und doch, so erklärt der performte Demoredner Armin Schreiber, leben die meisten weiter einfach so vor sich hin. Neben dem Rednerpult nickt ein tieftrauriger Pinguin, im Publikum nicken sie alle, Gorillas, Elefanten, Maus, Tiger, Gottesanbeterin, hochbeiniger Hirsch und gesetztes Schwein, in Plüsch, inkognito, auf Stelzen.

Unter den Verkleidungen: Große und Kleine, Performance-Profis und Laien, die später dann mit Spinnentier, Musik und Transparenten durch die Stadt ziehen: „5,6 Grad Erderwärmung, wenn ihr so weitermacht.“

Der bunte, lebhafte, tierische Trupp macht stutzig – die Passanten fragen und verstehen sofort: Im November kommen in Paris Vertreter der UN-Staaten zur Klimakonferenz zusammenkommen, um dort das Paris-Protokoll in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls zu unterzeichnen. Ein Erklärtext zur Demo: „Im Moment sind sich alle Politiker einig, dass sie sich noch nie so einig waren. Mehr aber nicht.

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[Text: Julia Littmann, Foto & Video: Daniel Laufer]