This is finnish but not the end!

Dirk Philippi

Der EHC Freiburg hat den finnischen Mittelstürmer Max Kenig (23) verpflichtet. Ob der Mann aus Riihimäki, der vorerst nur einen Probevertrag über drei Spiele besitzt, bereits im morgigen Spitzenspiel gegen den Tabellenführer aus Garmisch-Partenkirchen, den SC Riessersee, (Spielbeginn in der Franz-Siegel-Halle um 20 Uhr) auflaufen wird, entscheidet sich erst kurzfristig. Noch wartet man bei den Wölfen auf die Freigabe des finnischen Eishockeyverbandes. Zudem gibt es Neuigkeiten rund um die EHC-Cracks Pavel Rajnoha, Martin Kotasek und Vladimirs Mamonovs.

Verdächtig ruhig war es die vergangenen Tage an der Ensisheimerstraße. Doch der Schein trügte. Insgesamt drei ausländische Kufencracks kamen zum Vorspielen, zwei russische Nachwuchskräfte und der Finne Max Kenig. Während man zunächst von einer Weiterpflichtung der beiden russichen Akteure Abstand nahm, wohl auch aufgrund der drohenden Probleme, Arbeitsgenehmigungen für sie zu erhalten, möchte Coach Sergej Svetlov, den finnischen Center Kenig im Ernstfall dreier Punktspiele testen. Getreu dem alten Kalauer "Langer Schwede - kurzer Finn" misst Max Kenig angeblich ganze 171 Zentimeter bei Windstoß anfälligen 70 Kilogramm Lebendgewicht. Spielerisch wird der Wirbelwind auf der zentralen Sturmposition allerdings als großes Talent gehandelt, wobei sich erst am morgigen Mittag entscheiden wird, ob Kenig rechtzeitig für das morgige Heimspiel die Freigabe des finnischen Verbandes erhalten wird.


Möglich wird der Einsatz des "Königs" durch den weniger erfreulichen Umstand, dass der lettische EHC-Flügel Vladimirs Mamonovs wegen einer Matchstrafe für sechs Spiele gesperrt wurde. Ein entsprechendes Schreiben, samt eingesandtem Videonachweis durch den EHC, wurde beim Strafmaß zum Unverständnis des EHC-Vorstandes nicht berücksichtigt. Zudem wird durch die Probeverpflichtung des Finnen mit dem "adeligen" Nachnamen der Tscheche Roman Nesrsta vorerst nur in der 1b zum Einsatz kommen.

Was die Probeverträge der Spieler Rajnoha, Kotasek und Mamonovs angeht, stellte EHC-Vorstand Wolfgang Kunkler klar, dass zum 15. des Monats keinem dieser Spieler gekündigt wurde. Auf die Frage, warum dann aber Max Kenig verpflichtet wurde, antwortete Kunkler geheimnisvoll: "Zum einen wird uns Mamonows den ganzen Monat fehlen, zum anderen haben wir auch für die Zukunft noch mehrere Optionen." Deutlicher wollte er nicht werden, der Verdacht liegt aber bei Betrachtung der Gesamtsituation nahe, das eine Lösung der vordergründigen Ungereimtheiten eventuell im hierzulande vertraut klingenden Namen des Finnens verborgen liegen könnte.

Was die neue Zusammenstellung der Reihen angeht, wollte sich Coach Sergej Svetlov heute noch nicht in die Karten schauen lassen. Der Boden für ein interessantes Spiel gegen den Ligaprimus, den SC Riessersee, scheint jedenfalls bereitet. Eröffnungsbully ist morgen um 20 Uhr an der Ensisheimerstraße.