Thee Attacks im Swamp: Ein großer Moment des Rock'n'Roll

Gina Kutkat

Machen wir es kurz und schmerzlos: Die Prognose, die wir für das Konzert von Thee Attacks am Sonntagabend im Swamp gestellt hatten, war zu 100 % richtig. Der Gig der vier Dänen war ein großer Moment des Rock'n'Roll. Alle die nicht da waren: Pech gehabt!

"Ihr seid die Seele von Freiburg, weil ihr an einem Sonntagabend - einem Halloween-Abend -  hier hergekommen seid, um den Rock'n'Roll zu zelebrieren." So huldigt man im Rock'n'Roll seinem Publikum. So und nicht anders. Johnny Attack, Sänger und Gitarrist der vierköpfigen Band aus Dänemark, verkörpert wie kein Zweiter gleichzeitig die narzisstische Popdiva und den rotzigen und biertrinkenden Rockstar. Mit seiner enormen Strahlkraft ist er überpräsent: grandios aussehend, der schlanke Körper in elegantes Schwarz gekleidet. Ein Hüftschwung hier, eine dramatische Handbewegung dort, tanzt sich Johnny durch das Set, als würde er allein Zuhause vor dem Spiegel performen. Es dauert genau zwei Songs, um zu wissen, dass das hier ein ganz großes Rockkonzert wird. Und nur einen, um in den Sog dieser Band hineingezogen zu werden. Die vier Dänen, die aussehen wie frisch aus dem Modemagazin geschlüpft, rüpeln sich durch ihre Songs, die auch im Cavern Club in Liverpool in den Sixties gut funktioniert hätten. Johnny, Jimmy, Terry und Ritchie halten Kurs auf schrammelnde Gitarren, flechten die obligatorischen "Yeah, Yeah, Yeah's" mit ein und präsentieren jeden Song mit soviel Stolz, als wäre jeder einzelne ihr größter Hit.




Das Publikum, das die Jungs eh schon seit der ersten Minute frenetisch feiert, wird mit viel Lob seitens der Band belohnt  - "Freiburg, you're a fantastic crowd" - und auch Swamp-Vater Chico wird von Johnny und Co. geherzt: "He is the best german we've met so far." Thee Attacks schenken weiter ein mit "Can U Do It", "Won't Break Me" und auch der einzig etwas ruhigere Song "Love In The City" kann die Euphorie nicht schwächen. Unbeweglichkeit ist heute sowieso ein Fremdwort - vor wie auf der Bühne. Nach 60 schweißtreibenden Minuten verlassen Thee Attacks die Bühne, aber nicht bevor sie sich noch einmal ordentlich bei ihrem Publikum bedankt haben. Anständig wie sie sind, gibt es auch eine Zugabe: Noch ein bisschen euphorischer, mit noch mehr Sexyness und Rock'nRoll. Und selbst dann hat das Publikum immer noch nicht genug. Doch auch im Rock'n'Roll gilt: Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. "Wir sind einfach viel viel viel zu jung, um noch mehr Songs zu können", sagt Johnny und lädt die Swamper auf ein Bierchen am Merchandise-Stand ein. Äh, wie perfekt kann ein Abend bitte sein?

Mehr dazu: