Theaterutensilien: Wie entsteht eine Perücke?

Bettina

Ob kurze Haare oder lange Mähne, gelockt oder glatt, rot, brünett oder blond. Mit einer Perücke kann man sich seine Wunschfrisur einfach auf den Kopf zaubern. Für das Theater sind sie deshalb unverzichtbar. Bettina hat sich in der Maske des Theater Freiburg mal schlau gemacht, wie Perücken eigentliche hergestellt werden.



Mühevolle Detailarbeit

Bis zu 40 Stunden, eine komplette Arbeitswoche also, dauert es etwa bis eine Perücke fertig ist. Denn jedes Haar wird einzeln eingeknüpft in sogenannte Monturen. Monturen bestehen aus zusammengenähten Tüllstücken, die exakt der Kopfform des Darstellers entsprechen.

Eine Prücke herzustellen bedeutet mühevolle Maßanfertigung: Da heißt es sein Herzlein lossagen, wenn in liebvoller Handarbeit hergestellte Haarkonstruktionen á la Rokoko mit nur einem Satz des aufgebrachten Regisseurs in den Fundus wandern, wo sie auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten: „Wir produzieren doch nicht im Rokoko, sondern im Biedermeier.“ Da ist dann wohl mal was wirklich schief gelaufen bei der Kommunikation.


Tibetanischer Yak auf dem Kopf

Das Bauchhaar des Büffels wurde schon im Rokoko selbst für die Herstellung der Perücken verwendet und so ist es bis heute geblieben.
Aber auch Menschenhaar wird für die Herstellung von Perücken verwendet, und zwar Menschenhaar made in China. Das Rohhaar – Fundament einer jeden Perücke – stammt aus dem asiatischen Raum. Stärker in der Struktur sei das asiatische Haar – eine Qualität, die sich auszahlt.
Von einer Haarfirma aufgekauft wird zunächst die Schuppenschicht entfernt, die natürliche Farbe rausgebrannt, die gewünschte Farbe aufgetragen und das Haar zu guter Letzt versiegelt. Nun ist es bereit, seine Reise anzutreten hin zu den Brettern, die die Welt bedeuten. Gehandelt wird es per Gramm und Länge. Etwa 170 g wiegt eine kurze Herrenperücke. Zwischen 15 cm und 90 cm pendelt die erwerbbare Länge. Rapunzels Rauschehaar wie es zu Zeiten der Kitsch-Hollywood-Produktionen gang und gäbe war, ist auf dem Markt fast nicht mehr zu haben oder eben unbezahlbar. Bis in die 1000er Euro kann der Preis einer Perücke gehen.

Die Reinigung

Der Schauspieler schwitzt, ist ständig in Bewegung. Wie bei einer ganz normalen Frisur muss die Perücke nach der Vorstellung wieder auf Vordermann gebracht werden: da wird gekämmt, gewickelt, geföhnt – onduliert, gesteckt, gesprüht. Richtig dreckig geht’s auf der Bühne zu. Da bedarf es von Zeit zu Zeit eines Vollwaschgangs.