Theatergruppen-Album (5): Theaterprojekt Hall

Kristina Bieda

Neben den bekannten Spielstätten wie Stadttheater, E-Werk und Wallgrabentheater gibt es in Freiburg viele freie Theatergruppen. Deswegen stellen wir in dieser Serie freie, studentische und Schüler-Theatergruppen vor. Heute: Das Theaterprojekt Hall.



Wie ist eure Theater-Gruppe entstanden?

Gegründet haben wir uns im Jahr 2002, als einige ehemalige Mitglieder einer Schultheater-AG aus Schwäbisch Hall in Freiburg damit anfingen, zu studieren. Daher auch unser Name. Jeder Exil-Haller brachte noch ein, zwei Freunde mit und so begann unsere erste Saison, damals noch ganz bescheiden. Geprobt wurde entweder in Joes Zivibude oder hinter der Johanneskirche. Der heiße Sommer 2003 hat uns das ermöglicht. Von Jahr zu Jahr wurde es dann ein bisschen professioneller. Der Spaß steht aber nach wie vor im Mittelpunkt.

Wer leitet eure Gruppe?

Basisdemokratisch wie wir sind, gibt es keinen Leiter und auch keinen Regisseur, wir erarbeiten unsere Stücke in Gruppenregie. Das raubt uns zwar manchmal den letzten Nerv, führt aber dazu, dass am Ende jeder hinter allen Entscheidungen steht. Das ist nicht nur schön für die Gruppe, sondern auch gut fürs Ergebnis, wie wir festgestellt haben.



Welche Stücke führt ihr auf?

Wir haben uns dem zeitgenössischen Theater verschrieben, spielen meist Stücke von jungen, deutschen Autoren wie Moritz Rinke oder Theresia Walser, aber auch russische und schottische waren schon im Programm. Alle Stücke, die wir bisher gespielt haben, stammen aus diesem Jahrtausend. Damit füllen wir auch eine Lücke in der Freiburger Theaterwelt, zumal der studentischen.

Wer ist bei euch am längsten dabei?

Als Gründungsmitglieder sind im Moment noch Michi, Petschko, Joe und Lisa dabei. Aber auch Nora und Matze spielen schon seit unserer ersten Produktion mit, wir haben also eine hohe Kontinuität. Das einzige neue Gesicht in diesem Jahr ist Lena, unsere Prinzessin Nicoletta. 



Wie oft wird geprobt?

Im Normalfall zweimal die Woche, dazu kommt pro Saison eine Probenhütte, der Höhepunkt sozusagen. Wenn es, wie momentan, auf die Aufführungen zugeht, gibt es natürlich mehr zu tun.

Bisherige Auftritte?

Unser erstes Stück "Der Duschvorhang – eine Verwechslungskomödie mit Sardinen" frei nach Michael Frayn führten wir damals noch im Keller eines Freiburger Altenheims auf. Tosender Applaus und wackelnde Rollstühle machten uns Lust auf mehr. So folgte „So wild ist es in unseren Wäldern schon lange nicht mehr“ von Theresia Walser, mit dem wir 2006 auch am Studentischen Theaterfestival teilnahmen. Letztes Jahr spielten wir „San Diego“ von David Greig.



Was ist euer nächstes Projekt?

Aktuell zeigen wir „Prinzessin Nicoletta“ von Rebekka Kricheldorf, Premiere ist übermorgen um 19.30 Uhr im Peterhofkeller. Weitere Aufführungen gibts am 5. und 6. Dezember zur gleichen Zeit am gleichen Ort.

Wie bekommt ihr Verstärkung?

Bisher kamen alle Mitspieler über persönliche Kontakte zu uns, eigentlich sind wir ein großer Freundeskreis. Besondere Voraussetzungen braucht man nicht. Angst davor, im Scheinwerferlicht zu stehen oder vor vielen Menschen zu sprechen wäre jedoch eher hinderlich.

Mehr dazu:

fudderprofil: Theaterprojekt*Hall
Was: Prinzessin Nicoletta von Rebekka Kricheldorf
Wann: 4., 5. und 6. Dezember 2008, 19.30 Uhr
Wo: Peterhofkeller, Niemensstr. 10
Eintritt: frei, pay after