The Walkabouts im Spiegelzelt: Können trifft Kuschelrock

Lina Wiemer

The Walkabouts aus Seattle prägten in den 1980er Jahren den Begriff "Americana". Und auch heute noch begeistern sie ihre Fans vor allem in Europa. Lina war am Mittwochabend im Spiegelzelt dabei.

Zu Konzertbeginn ist die Manege im Spiegelzelt nur halb gefüllt. Das Publikum hatte seine Jugend in den 1980er Jahren. Das passt gut, denn The Walkabouts gründeten sich 1984 in Seattle und die Fans scheinen die Americana-Band seit diesen knapp 30 Jahren zu begleiten. Im Vorprogramm spielte Walkabout-Drummerin Terri Moeller als „Terri Tarantula“. Die saß vor einem Keyboard und sang souverän ihre melancholischen Lieder. Zur Einstimmung war das ganz angenehm. Nicht dass das Publikum schon vorzeitig ermattet und beim Hauptact keine Puste mehr hat. Das Spiegelzelt füllte sich etwas. Und dann ging es los: Carla Torgerson und Chris Eckman stehen vor den Mikros; der Rest der 6-köpfigen Band ist an den Instrumenten.


Und was jetzt passiert ist beeindruckend: Drei Jahrzehnte Erfahrung im Musikgeschäft sieht man der Band nicht an, aber man hört sie. Mit Routine und Können schaffen es die Walkabouts das Publikum zu berühren und mit exzellenten Arrangements zu beeindrucken. Wenn eine Band das schafft, ohne arrogant zu wirken, dann Hut ab. Und den kann man vor den Walkabouts durchaus ziehen. Alfred Rogoll beschrieb die Musik in der Badischen Zeitung als „großformatig, mitunter dramatisch, fast immer melancholisch.“ Besser kann man den Musikstil nicht beschreiben. Und man fragt sich, warum es die Band nie nach ganz oben in den Pophimmel geschafft hat.

Beim Publikum macht sich mittlerweile Begeisterung breit; der Boden wackelt. Im hinteren Zeltbereich beginnen turtelnde Endvierziger zu tanzen, ganz so als ob alte Erinnerungen wach werden. Jetzt werden auch die fulminanten Gitarrensoli mit Begeisterung aufgenommen und es wird brav applaudiert. Fazit: Richtig gute Musik!

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  [Bild: Promo]