The Vortex im Räng Teng Teng: Ein kleines bisschen Oasis

Gina Kutkat

Freitagabend konnte man Oasis noch einmal ganz nah sein: Ihr ehemaliger Gitarrist Paul "Bonehead" Arthurs spielte mit seiner neuen Band The Vortex im Räng Teng Teng. Wie oasig war der Gig wirklich? Gina war dabei.



“Com’ on people, get on your fuckn’ feet and dance, it’s gonna be your fuckn’ last chance!” Im Manchester-Dialekt versucht Sänger Mike Price das Publikum im Räng Teng Teng ein letztes Mal zum Tanzen zu animieren. Zwar herrscht vor der Bühne nicht gerade eine Tanzekstase, aber ganz so genervt müsste der Frontmann angesichts der Bewegungswilligkeit des Publikums nicht sein.


Natürlich waren viele nur deswegen gekommen, weil The Vortex eine nicht zu verachtende Nähe zu der größten Britpop-Band aller Zeiten aufzuweisen haben. Der Gitarrist der Band ist kein Geringerer als Paul „Bonehead“ Arthurs, seineszeichens früherer Gitarrist von Oasis, der bei den ersten drei Alben mit dabei war. So ließen es sich einige Zuhörer nicht nehmen, im Laufe des Abends immer wieder ihrem Helden Bonehead zu huldigen.

Der inzwischen kahl gewordene Bonehead nimmt den kleinen Hype, der um seine Person gemacht wird, mehr als gelassen und macht auf der Bühne einfach sein Ding. Auch wenn man nicht um die Verwandschaft zwischen dieser Band und Oasis wüsste, fühlt sich der Auftritt von The Vortex etwas „oasig“ an. Angefangen bei der Attitüde von Sänger Mike Price bis hin zu Songs wie „Dirty Soul“ und „Rock’n’ Roll“.



Der Band gelingt jedoch die Flucht aus der ewigen Oasis-Stone-Roses-Falle, indem sie dem Britpop-Sound etwas düstere Klänge untermischt und ordentlich tanzbare und nach vorne treibende Songs zum Besten gibt. Die Riffs strotzen zwar nicht gerade vor Variantenreichtum, aber der Rock’n’Roll muss schließlich nicht jede Nacht neu erfunden werden.

Bonehead verschanzt sich in der linken Ecke der Bühne, Sänger Mike Price regt sich nach jedem zweiten Song über die nicht vorhandene Tanzbereitschaft des Publikums auf, die anderen drei Bandmitglieder konzentrieren sich auf ihre Instrumente und nach vierzig Minuten verlassen die fünf Herren die Bühne. Das abrupte Ende hinterlässt verdutzte Mienen im Publikum.

Doch The Vortex lassen sich zu einer Zugabe überreden und wiederholen einfach drei Songs ihres kleinen Repertoires. Nach dem Gig ergreifen Oasis-Fans ihre Chance und machen Bilder mit Bonehead, bieten ihre Hilfe als Roadie an und alles wirkt plötzlich ganz familiär und gesprächig.