The Kilians beim ZMF: Garagenrock vom Feinsten

Dana Hoffmann

Weniger ist manchmal mehr: The Kilians bringen mit schnörkelloser Rockmusik das Spiegelzelt zum Kochen. Von Schülerband ist nichts zu spüren. Dana hat in der ersten Reihe mit geschubst



Wer ein richtiger Rocker sein will, der lässt sich halt ein bisschen Zeit, bis er sich auf die Bühne bequemt. The Kilians haben sich zwar rund 20 Minuten verspätet, von Startallüren war dann aber doch nichts zu spüren. Ganz locker kamen die fünf da auf die noch dunkle Bühne geschlendert, legten ein paar Luftgitarrensoli hin und: Rockten! Eineinhalb Stunden wurde im nicht ausverkauften Spiegelzelt hausgemachter Rock geboten, die Eltern, in deren Garage die Jungs früher geschrammelt haben, können einem leid tun.


Denn tatsächlich sind The Kilians das, was man im Allgemeinen eine Garagenband nennt: Im heimischen Dinslaken (bekannt aus dem Verkehrsfunk) haben sich die fünf als Schülerband zusammengefunden. Gerade ihr Abitur in der Tasche, durften sie bereits als Support von Tomte auf der Bühne stehen, haben bei Rock am Ring und Rock im Park alles gegeben. Die Routine ist den Jungs aber anscheinend noch nicht zu Kopf gestiegen: Etwas überdreht, fast nervös scheint Frontmann Simon bei seinen Ansagen. Aber genau das macht das ganze Konzert so gut. Hausgemachte Sounds von authentischen Jungs, von denen einer mit dem Puplikum plaudert und Witze reißt, und die anderen einfach nur richtig gute Musik machen.



Das junge Publikum dankt es dem Quintett mit ordentlichem Geschubse vor der Bühne. Andere, vor allem die etwas älteren Jahrgänge, hüpfen gepflegt am Rand.  Musikalisch darf man sich vom jungen Alter der Autodidakten nicht blenden lassen: Die fünf aus dem Ruhrpott wirken an ihren Instrumenten unglaublich reif, von Schülerband keine Spur. Sänger Simon ist nicht nur äußerst charmant, sondern auch sehr stimmgewaltig.

Ein jungenhaftes Lächeln und einen freundlichen Händedruck gibt es zum Schluss für ein Mädchen aus dem Publikum: Kathie hat heute Geburtstag und bekommt von der Band auf Geheiß ihrer Freundin ein lautes Ständchen. Ganz normale Jungs eben. Zum Glück!

Mehr dazu: