Konzert

The Gardener and the Tree im Interview: "Wir haben vom Fischfang gelebt und zusammen Musik gemacht"

Jannis Jäger

Ihr erstes Album hat in der Schweiz Gold geholt: Am Samstag kommen The Gardener and the Tree ins Jazzhaus. fudder hat mit ihnen über Musik, das Musikerleben und einen schicksalhaften Trip nach Schweden gesprochen – und verlost Tickets.

Was würdet ihr jemandem antworten, der euch überhaupt nicht kennt und euch fragt, was ihr für Musik macht?

Das ist schwierig zu sagen, weil man als Künstler nicht so gerne verglichen wird. Jeder hat eigentlich so seinen eigenen Stil. Man könnte unseren ganz allgemein aber als Indierock mit Folkeinschlüssen beschreiben.

Was wünscht ihr euch, das eure Musik in den Menschen auslöst?

Eines unserer schönsten Erlebnisse war ein alter Mann, der bei einem unserer Konzerte vor der Bühne stand. Und er hat geweint, weil die Musik ihn dazu gebracht hat, sich an eine Zeit zu erinnern, in der er glücklich gewesen ist. Der Gedanke ist toll, dass Menschen, auf einem Roadtrip beispielsweise, die CD im Player haben und sich später am Konzert an die schönen Momente erinnern. Das würde uns gefallen.
"So wie wir das sehen, ist die Musik wie ein Baum und wird größer und wächst, wenn man ihn pflegt."

Was bedeutet euer Bandname? Wer ist der Gärtner und wer der Baum?

Unser Bandname ist mehr als Gleichnis zu verstehen. Wenn man zusammen Musik macht, wird man immer auf Schwierigkeiten stoßen, die einen dazu zwingen, Kompromisse einzugehen. So wie wir das sehen, ist die Musik wie ein Baum und wird größer und wächst, wenn man ihn pflegt. Wir als Bandmitglieder müssen uns als Gärtner gemeinsam um den Baum kümmern und unsere Musik kultivieren.

Eure Musik weckt in vielen Assoziationen mit Bands wie den "Mighty Oaks" oder auch den "Augustines". Was denkt ihr über solche Vergleiche?

Das ist sicher ein Kompliment, weil das gute Bands sind, die wir selbst gerne hören und bei denen wir selbst bereits auf Konzerten waren. Aber es hat für uns immer einen gewissen Beigeschmack, verglichen zu werden. Natürlich gibt es Künstler, die uns inspiriert haben. Zum Beispiel hatten "Of Monsters and Men" in unserer Gründungszeit gerade ihr Album "My Head is an Animal" herausgebracht. Das war für uns etwas Besonderes. Genau wie die Musik von Robert Francis. Aber wir fühlen uns nicht wirklich wohl dabei, so ins Verhältnis zu anderen Künstlern gesetzt zu werden. Auch, wenn es natürlich nett gemeint ist.

"Wir haben vom Fischfang gelebt und zusammen Musik gemacht, so als Wildlife-Experience."

Eure EP "Mossbo" ist nach einem kleinen Ort mitten in Schweden benannt. Was hat es damit auf sich?

Vor einer Weile brauchten wir mal etwas Abstand, um alles mit einiger Distanz zu sehen. Also haben wir die Koffer gepackt und sind in den Norden gefahren. Mossbo war der Name des Hauses, in dem wir aufgenommen haben. Da lebte ein Ehepaar, das uns erlaubt hat, in seiner Scheune Musik zu machen. Unser Album trägt den Namen Laxå, so wie der Ort. Dieser Trip hat uns, was das Songschreiben angeht, richtig befreit. Und so schien das Ganze wie ein gutes Konzept für das Album.

Die Gegend, in die wir da gereist sind, ist vor allem auch voller Seen und kleiner Inseln. Auf einer davon haben wir eine Zeit lang gehaust. Wir haben vom Fischfang gelebt und zusammen Musik gemacht, so als Wildlife-Experience. Daran orientiert sich auch das Album-Cover.

Diese Reise hat sich wahnsinnig auf das Album ausgewirkt, weil viele Songs erst dort oben entstanden sind. Oft kann man ja etwas gar nicht sehen, nur weil man zu dicht davor steht. Dann braucht man etwas Abstand, um es zu erkennen. Das hat bei uns für enorme Inspiration gesorgt.

Habt ihr in der Schweiz keine passende Hütte gefunden?

Nun, natürlich ist die Schweiz ein wunderschöner Ort, aber wir fanden es schwer, zu Hause neue Musik zu machen. Wir mussten einfach ein bisschen weg.

"Morgens wird der Campingstuhl ausgepackt und auf dem Gaskocher Kaffee und Frühstück gekocht."

Empfindet ihr das Musikerleben manchmal als Kampf?

An manchen Tagen hat man schlecht geschlafen oder Stress. Und dann scheint wieder die Sonne, man freut sich einfach und genießt den Tag, bis man das Konzert spielt. Auf Tour ist man am Anfang vielleicht noch aufgeregt oder kann im Nightliner nicht schlafen. Aber dann, nach einer Woche, ist man voll im Roadtrip-Modus. Morgens wird der Campingstuhl ausgepackt und auf dem Gaskocher Kaffee und Frühstück gekocht. Dann ist man mitten drin, die Tage ziehen vorbei und man weiß eigentlich gar nicht mehr so richtig, wo man ist. Das ist ein ziemlich cooles Gefühl.

Was würdet ihr einer jungen Band, die vielleicht gerade in Mamas Garage die ersten Songs probt, raten?

Keine Musik für irgendwen machen. Und wenn es bergauf geht, nicht denken, dass man was Besseres ist. Bei uns klappt das ganz gut, denke ich. Wir wollen zu allererst den Leuten etwas geben. Das Beste ist etwas Eigenes, in das man seine eigenen Gefühle gesteckt hat, produziert zu haben. Wenn dann die Leute tanzen, singen und mitgerissen werden, ist das das Schönste.

Gibt es in euren Texten ein Hauptthema, das euch besonders wichtig ist?

Nein, das nicht. Wir jammen immer als Band zusammen, bis mal einer ein cooles Riff hat oder so. Wir überlegen uns, was die Melodie in uns auslöst und fangen an zu brainstormen. Dann entsteht ein Thema und ein Text. Aber es ist nicht so, dass wir sagen, wir wollen das und das ansprechen. Die Themen sind im Prozess entstanden. Naturwüchsig quasi.

Was hat es mit der Cave Session auf sich?

Jemand hat uns erzählt, dass es da diese Höhle gibt. Also haben wir organisiert, dass wir dort spielen dürfen. Vor allem ist es aber auch der größte unterirdische See Europas. Wir sind mit einem kleinen Boot hineingefahren und haben ein Video aufgenommen. Dazu mussten wir mit Tauchern die Kabel verlegen. Allesamt waren danach landkrank. Wir hatten uns total an das Schaukeln gewöhnt. In ein paar Monaten spielen wir dort tatsächlich auch ein Konzert. Die Gäste werden mit dem Boot in die Höhle gefahren und drinnen geben wir dann ein Unplugged Konzert.

Habt ihr für die Zukunft einen großen Plan?

Als wir angefangen haben, wollten wir nur, dass unsere Musik gut ankommt. Das wir jetzt durch Deutschland touren ist schon mega gut. Aber schon seit unserer Gründung wäre es für uns das Größte, einmal in Glastonbury auf der Bühne zu stehen.


Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde 3x2 Tickets für das Konzert von "The Gardener and the Tree" am 13. April um 20 Uhr im Jazzhaus.

Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "The Gardener and the Tree" an gewinnen@fudder.de.

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Freitag, 12. April, um 14 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Was: The Gardener and the Tree

Wann: Samstag, 13. April, 20 Uhr

Wo: Jazzhaus Freiburg

Eintritt: Vorverkauf ab 23,10 Euro, Abendkasse 24 Euro