The Forever 27 Club

Lorenz Bockisch

In diesen hoch exklusiven Verein kommt nicht jeder rein, schon gar nicht jeder Normalsterbliche. "Gegründet" wurde dieser Club im Jahre 1969 von Rolling-Stones-Gitarrist Brian Jones, allerdings eher unfreiwillig. In den zwei Jahren danach kamen drei große Musiker dazu, und zwar alle auf die gleiche Art und Weise: Sie starben eines sehr unnatürlichen Todes, alle im Alter von 27 Jahren.

Dass diese Musiker überhaupt zu einer Gruppe zusammengefasst wurden, lag vor allem daran, dass Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison innerhalb von genau zwei Jahren alle im gleichen Alter starben. Sie hatten es im Wesentlichen mit dem zweiten Teil der Trilogie Sex, Drugs and Rock 'n' Roll deutlich zu weit getrieben.


Brian Jones, ein Gründungsmitglied der Rolling Stones, wurde am Boden eines Swimmingpools treibend aufgefunden – offiziell ist er ertrunken. Doch hatte er zu diesem Zeitpunkt nicht nur Wasser in sich, und auch ein Mord wird immer wieder verschwörerisch zur Sprache gebracht.

Der nächste war nur zweieinhalb Monate später der Gitarre-hinter-dem-Rücken-mit-der-Zunge-spielende Jimi Hendrix. Auch er war 27, als er in einem Londoner Hotelzimmer tot aufgefunden wurde. Hendrix war nach einer Überdosis Alkohol in Verbindung mit einer Überdosis Schlaftabletten an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Und auch hier kamen recht schnell verschwörungstheoretische Mord-Thesen auf.

Wieder zu viel Alkohol, dafür diesmal mit Heroin kombiniert, beendete keine drei Wochen später das Leben der Blues-Legende Janis Joplin. Auch sie wurde in einem Hotelzimmer gefunden und auch um sie gab es Mord-Theorien. Zumal sie vier Tage vor ihrem Tod ihr Testament unterschrieben hatte.

Der vierte im Bunde gesellte sich auf den Tag genau zwei Jahre nach Brian Jones zum Club: Jim Morrison, der Frontmann der legendären Doors. Seine Todesursache war zwar offiziell "Herzversagen", doch deuten nicht nur die bis heute an seinem Grab von Fans abgelegten Joints und Whiskey-Flaschen darauf hin, dass auch dieser Musiker nicht 100-prozentig sauberes Blut hatte.

Damit war die Todesserie von abgefüllten Musikern in diesem Alter zwar noch nicht beendet, doch es dauerte 22 Jahre, bis wieder ein so begabter und legendärer Musiker sich im Drogenrausch die Kugel gab: 1994 schaute Kurt Cobain zuerst zu tief in eine Heroinspritze und dann in eine Schrotflinte.

Und auch heute noch gibt es Kandidaten, die ähnlich epochale Musikschaffende sind und sich allzu sehr diversen Rauschmitteln hingeben. Amy Winehouse ist dafür das beste Beispiel. Doch sie muss noch mindestens bis 2010 durchhalten, um in diesen Club zu kommen. Besser wäre es aber für unser aller Ohren, bliebe sie noch deutlich länger auf unserem Planeten.