The Broken Beats im Swamp: Dänische Spiel- und Trinkfreude

Alexander Ochs

Kim Munk, Bandleader von The Broken Beats aus Dänemark, ist ein echtes Kommunikationstalent, der am Samstagabend das rappelvolle Swamp bestens unterhält. Die perfekte Kombination aus dänischer Spiel- und Trinkfreude, findet fudder-Autor Alex.



„Wir kommen aus Dänemark und heißt The Broken Beats. Wir spielen Songs, die wir selbst geschrieben haben“, leitet der charismatische und grundsympathische Sänger Kim Munk den Abend artig und nur minimal holpernd ein. Die Band ist zahlenmäßig unverändert – auch zu fünft -, aber in guter alter Broken-Beats-Manier optisch verändert – diesmal ohne Frauen.


Die Umbesetzungsorgie geht in die Endlosschleife, diesmal ist ein neuer Bassist am Start und zudem ein neuer Mann an den Tasten dabei, der das ein oder andere Mal – auch das neu – Beats vom Laptop mit einfließen lässt. Wie er heißt? Bandleader Kim Munk nennt ihn einfach nur Piano Man. Eigentlich kein Wunder, eher ein pragmatischer Ansatz, bei den ständigen Umbesetzungen. Der dandyhafte Schlaks hebt sein Bierglas - „Skål!“

Mit hymnischen Keyboards, fluffigem Gitarrensound und solider, aber eher unauffälliger Rhythmusgruppe steigt die Dänentruppe gleich mit voller Fahrt in den Abend ein. Der Sound knallt mächtig aus den Boxen und geht quasi intravenös ins Blut und brandet komatös ans Trommelfell. Die Musiker befeuern das Ganze gleich noch mit ihrem Indie-Tanzkracher Copy, harmonieschwanger und melodietrunken.



Doch, Halt – „Stopp, Stopp, Stopp!“, kreischt Kim Munk und bricht mitten im Song ab, die Band ebenso. „Man kann überhaupt nicht mein Solo hören!“ Also steigen alle wieder ein – und vollenden den Song comme il faut. „Super Solo!“, schallt es denn auch aus dem Publikum. Munk lacht sich schepp, bedankt sich und macht wieder eine seiner witzigen, herrlich schrägen und verschwurbelten deutschen Ansagen mit nordischen Einsprøngseln. Kommunikationstalent, Entertainer, Phänomen: Kim Munk, mittlerweile beim Whiskey angelangt, ist einfach der Hammer. „Nachher können wir immer noch Bier trinken!“

Besonders gut wird es dann, wenn sich der poppige Gitarrensound in powervollen Rock verwandelt wie beim furiosen Rockgalopp in The Taxi Chase. Die Melodieseligkeit der Sixties meets Indie-Rock – mit feiner Gitarrenarbeit und fliegenden Fingern am Keyboard. Mit einem schönen Drumsolo, heftigem Gitarrengeröhre fast schon Richtung Hendrix und Stakkatorhythmen lassen die lässigen Dänen den Abend nach über 20 Songs jamsession-artig ausklingen. Die perfekte Kombination aus Spiel- und Trinkfreude.

Hoch die Daumen, hoch die Tassen!

 

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