Thai-Boxer Krasniqi will Revanche in Freiburg

Adrian Hoffmann

Mentor Krasniqi hat alles auf eine Karte gesetzt. Er hätte ihn so gerne gehabt, den Weltmeister-Titel im Thai-Boxen. “Ich hab’ meinen Gegner von der einen Ecke in die andere geprügelt”, sagt der 27-jährige F-Club-Türsteher ? doch plötzlich hat er dessen Knie an die Schläfe bekommen, und der Ringrichter beendete den Kampf. Zu Unrecht, findet Mentor.

Seine Enttäuschung ist groß, er fühlt sich von den Organisatoren veräppelt. Erst habe er nur vier Wochen vorher die Einladung bekommen, er war Ersatzkandidat, und dann breche der Ringrichter den Kampf zu früh ab. Normalerweise müsse der Ringrichter bis zehn zählen, dieser habe aber nicht mal bis fünf gezählt. “Mir ist kurz schwarz vor Augen geworden”, schildert Mentor die entscheidende Situation, “ich bin aber gleich wieder aufgestanden.”Im Nachhinein bereut der kräftige Albaner (seine Gewichtsklasse: bis 90 Kilogramm), der hauptberuflich Türsteher beim F-Club ist, überhaupt zum Kampf in Fulda angetreten zu sein. Er denke darüber nach, den Verband zu verklagen. Sein Trainer habe es ihm im Vorfeld gleich gesagt: Die Vorbereitungszeit sei zu kurz. Mentor wollte trotzdem hin. “Ich wollte nicht wie ein Feigling dastehen”, sagt er. Außerdem ist die Gage ganz gut. Mit einem solchen Kampf bekommt man in dieser Kategorie zwischen 1000 und 5000 Euro.

Mentor denkt schon an die Revanche, und zwar sollte die, wenn es nach ihm geht, in Freiburg stattfinden. Chancen auf den Titel hätte er allemal, glaubt er. Immerhin hat er ja jetzt mit dem Rauchen aufgehört, extra wegen des letzten Kampfes. “Ich bleibe da hart: Ich hole einen Titel nach Freiburg”, sagt er und lacht. Na, wenn das keine klare Ansage ist.