Teuflischer Krebs

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass ein sehr bekanntes australisches Tier an einer seltsamen Krankheit leidet? Mitte der 90er Jahre stellten Tierbeobachter und Forscher erstmals etwas ungewöhnliches bei wenigen Exemplaren des Tasmanischen Teufels fest. Im Gesicht der recht aggressiven und inzwischen seltenen Beuteltiere beobachteten sie ungewöhnliche Schwellungen.



Was am Anfang nur bei einzelnen Exemplaren im Norden der Insel festgestellt wurde, breitete sich rasend schnell aus. Inzwischen sind in einigen Populationen über die Hälfte der Tiere an der rätselhaften DFTD (Devil Facial Tumor Desease) erkrankt. Das perfide an den Geschwülsten, die sich ausgehend vom Gesicht über den ganzen Körper ausbreiten, ist, dass die armen Teufel mit zugeschwollenem Maul irgendwann elendig verhungern.


Zunächst ging man davon aus, dass der Krebs durch ein Virus ausgelöst werde, was sich aber nicht bestätigen ließ. Verbreitet wird die Krankheit aber hauptsächlich durch direkte Übertragung: Tasmanische Teufel finden sich stets zu mehreren Exemplaren bei ihrem Lieblingsessen Aas ein und beginnen sofort, sich keifend und einander beißend um das verwesende Tier zu streiten. Dabei werden mit dem Krebs befallene Zellen vom einen zum nächsten Teufel übertragen. Und auch ihre nicht wirklich zärtlichen Fortpflanzungsrituale tragen ihren Teil zur Ansteckung bei.

Als Gegenmaßnahme haben nun australische Biologen ein paar nicht befallene Populationen eingezäunt oder auf dem australischen Festland ausgesetzt. Und auch Zoos helfen mit, den Bestand der Art aufrecht zu erhalten. Dabei können fast nur australische Tierparks helfen, denn wegen rigider Ausfuhrbestimmungen für den seit 1941 unter Artenschutz stehenden Beutelteufel hat weltweit nur der Zoo in Kopenhagen ein paar Exemplare auf der Inventarliste.