Tempo, Kurzweil, Strategie: Das Online-Sammelkartenspiel "Hearthstone"

Anja Beck

World of Warcraft ist Kult - und das neue Online-Sammelkartenspiel Hearthstone aus dem WoW-Universum auf dem besten Weg, ebenfalls Kult zu werden. fudder-Autorin Anja Beck hat das Spiel für uns getestet - und Magier, Krieger, Jäger sowie Schurken gegeneinander kämpfen lassen:



Mit der Veröffentlichung ihres neuesten Geniestreichs begehen die World of Warcraft-Macher Blizzard Entertainment neue Wege: Hearthstone – das ist Strategie à la WoW, verknüpft mit Tempo und Kurzweiligkeit.


Anders als bei Blizzard-Klassikern fällt der Einstieg in das Spiel extrem leicht, und schon kleine Erfolge werden reichlich belohnt. Seit dem Release der Open Beta (offene Testphase) 2013 hat sich das Online-Sammelkartenspiel Hearthstone mittlerweile zu meinem Lieblingsspiel für zwischendurch entwickelt – aus gutem Grund.

Hearthstone basiert zwar auf den Charakterklassen des WoW-Universums, Erfahrungen mit WoW oder Vorwissen über Sammelkartenspiele wie „Magic – The Gathering“ braucht ihr allerdings nicht, um bei Hearthstone Spaß zu haben. Zehn Minuten reichen, um ins Spiel einzutauchen, das Spielprinzip zu verstehen und die erste Partie erfolgreich zu bewältigen. Ihr bastelt euch eigene Kartendecks, sammelt neue Karten und duelliert euch über Blizzards Spieleplattform Battle.net mit anderen Usern oder euren Freunden.

Magier, Krieger, Jäger, Schurken

Nicht nur Casual-Gamer kommen auf ihre Kosten: Blizzard-Fans der ersten Stunde stoßen auf zahlreiche Features und Effekte aus altbekannten Titeln und können hinter ihre Helden aus WoW blicken.

Das Online-Sammelkartenspiel bietet euch drei Spielmodi: Practice, Play und Arena. Zu Beginn eines jeden Duells wählt ihr aus neun verschiedenen Charakterklassen euren Helden und somit euer Kartendeck aus. Wählen könnt ihr zwischen Magier, Priester, Krieger, Hexenmeister, Schamane, Druide, Jäger, Paladin oder Schurke.



Die Decks bestehen zunächst aus 30 Basiskarten, später könnt ihr sie beliebig mit neu gesammelten Karten erweitern und optimieren. Dabei gibt es drei Arten von Karten: Mit Dienern, Waffen, Zaubern und einer möglichst starken Kombi aus allen dreien versucht ihr, eure Gegner in die Knie zu zwingen.

Im Übungsmodus tut ihr genau das, was man erwartet: Üben. Hier könnt ihr eure selbst gebauten Decks austesten, ohne vor realen Gegnern das Gesicht zu verlieren. Der Play-Modus ist der Standard-Modus. Hier könnt ihr wählen, ob euer Spiel gewertet wird oder nicht. Ungewertet spielt ihr einfach zum Spaß, im gewerteten Modus spielt ihr gegen einen gleichwertigen Gegner um Medaillen und den Rangaufstieg. Gestartet wird bei Rang 25, von dem ihr euch hocharbeitet. Weil die Ranglisten monatlich zurückgesetzt werden, bleibt die Spielfreude lange erhalten.

Geld beschleunigt das Spiel

Besonders spannend ist der Arena-Modus: Dort habt ihr die Wahl aus drei statt neun Helden und baut euch ein komplett neues Deck aus zufällig ausgewählten Karten. Sobald das Deck fertig ist, geht es ab in die Arena, wo ihr euch duelliert, bis ihr entweder zwölfmal gewonnen oder dreimal verloren habt. Eine Belohnung gibt es am Ende auch noch: Je nach Leistung bekommt ihr mindestens ein neues Kartenpack, Arkanen-Staub zum Herstellen von Karten oder Gold.

Grundsätzlich ist Hearthstone free-to-play, allerdings habt ihr die Möglichkeit, in-Game-Käufe zu tätigen. Ihr könnt euer echtes Geld in Gold, Arena-Startgebühren oder Karten anlegen – müsst ihr aber nicht! Denn bei Hearthstone spielt ihr immer gegen Gegner, die in etwa eurem Level entsprechen und das Gold, das ihr als Startgebühr für die Arena entrichten müsst oder zum Kauf von Kartenpacks nutzt, könnt ihr auch mit täglich neuen Quests erspielen.

Der Einsatz von realem Geld beschleunigt das Spiel zwar, aber einen maßgeblichen Vorteil oder eine schiere Übermacht durch In-Game-Käufe, wie man sie aus vielen Spielen kennt, erreicht man nicht.

Mein Fazit

Hearthstone ist das erste Spiel, das mich sowohl in die Welt der Sammelkartenspiele als auch in das WoW-Universum locken konnte. Als Newbie steigt man schnell durch und vor allem die vielen kleinen Erfolgserlebnisse fesseln dauerhaft ans Spiel. Jedes Duell ist fair und weil die Partie nur zehn Minuten dauert ist „mal schnell ‘ne Runde zocken“ nicht mehr völlig utopisch. Ich für meinen Teil kann die Füße kaum still halten, wenn ich an einen Release der Android-Version denke.

Hearthstone gibt es momentan für Microsoft Windows, Mac OS X und iOS (nur iPad).



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