Team T-Mobile will gegen Uniklinik klagen

Carolin Buchheim

Der Teammanger des Radsport-Teams T-Mobile, Bob Stapleton, hat laut dpa der Freiburger Uniklinik heute vorgeworfen, die Kündigung der medizinischen Betreuung des Teams habe erhebliche Risiken für die Radprofis mit sich gebracht. "Ich halte das für eine völlig überzogene Reaktion, deshalb werden wir auf jeden Fall dagegen vorgehen" kündigte Stapleton an. "Unsere Anwälte sind bereits mit dem Fall beschäftigt."



Stapleton, der im Tour de France-Trainingslager des Teams in Toulouse mit Journalisten sprach, kündigte an, dass das Team rechtliche Schritte wegen Vernachlässigung der ärztlichen Pflichten erwägen würde.

   
Die Fahrer des Teams hätten beim Rückzug der Uniklinik aus der Betreuung von Leistungssportlern vor drei Wochen plötzlich ohne medizinische Betreuung dagestanden. Dies habe erhebliche Risiken mit sich gebracht. "Die Ärzte hatten eine vertragliche und ethische Verpflichtung unseren Fahrern gegenüber und haben ihre Patienten ohne Vorwarnung im Stich gelassen", so Stapleton.

Nach dem Bekanntwerden der Verwicklung der Teamärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich in systematisches Doping beim Team Telekom Mitte der 90er Jahre, hatte die Freiburger Uniklinik nicht nur die beiden Mediziner gekündigt, sondern auch jede Betreuung von Leistungssportlern durch die Sportmedizin der Uniklinik vorläufig eingestellt.

In folge mussten T-Mobile-Athleten während der zweiten Giro-Hälfte, bei der Bayern- und der Katalonien-Rundfahrt sowie der Tour de l'Aude der Frauen ohne die gewohnte ärztliche Unterstützung aus Freiburg auskommen.
Stapleton teilte mit, der kanadische Fahrer Michael Berry habe aus diesem Grund eine verschleppte Lungenentzündung bekommen.

Zur Zeit arbeitet das Team T-Mobile mit Ärzten zusammen, die nicht aus Freiburg stammen. Laut Stapleton soll es bereits Angebote anderer Kliniken für die Zusammenarbeit in der kommenden Saison geben.