Tatort Schwarzwald: Alle drei Kommissare sind Schwaben - musste das sein?

Fabian Fechner

Der Schwarzwald und Freiburg bekommen den dauerhaften Tatort - wunderbar! Fudder-Autor Fabian Fechner ist trotzdem unzufrieden. Er kommentiert: Waren keine badischen Ermittler drin?



Freiburg bekommt einen Tatort! Kein einmaliges Fernsehevent, sondern alles ganz regulär, zwei Folgen pro Jahr. Die momentan wohl gehypteste Kultsendung im Deutschen TV kommt endlich dauerhaft nach Südbaden. Auch wenn wir sie uns mit dem gesamten Schwarzwald teilen müssen - das ist großartig.


Allerdings konnte sich der offenbar um Konsens und Harmonie bemühte SWR dann doch nicht dazu durchringen den Tatort auch entsprechend seines Handlungsortes zu besetzten: Alle drei heute vorgestellten Ermittler stammen aus Schwaben. Eva Löbau ist in Waiblingen geboren, Hans-Jochen Wagner kommt aus Tübingen und Harald Schmidt ist gebürtiger Neu-Ulmer, aufgewachsen in Nürtingen. Da ist das gesamte Schwabenland vorbildlich abgedeckt. Harald Schmidt versucht auch sogleich sich bei den EInheimischen einzuschleimen: ihn habe „das Konzept Schwarzwald überzeugt“ und „Drehort geht vor Inhalt“.

Ein Affront bleibt ein Affront. Die größte Demütigung seit der badisch-schwäbischen Zwangsehe von 1952. Man fragt sich zurecht: Gibt es denn keine Freiburger, die den Job machen könnten? Doch, gibt es. Johanna Wokalek, Nadeshda Brennicke und Max Giermann – alle in Freiburg geboren und zumindest teilweise hier aufgewachsen. Und natürlich Til Schweiger, aber der ist ja glücklicherweise schon versorgt.

Naja, vielleicht springt für Freiburg noch ein kauziger Rechtsmediziner (siehe Tatort Ludwigshafen) oder eine fleißige Sekretärin (siehe ehemals Konschtanz) heraus. Und wenn nicht können wir uns zumindest über ausgleichende Gerechtigkeit freuen: Die beiden aktuellen Kommissare des Stuttgarter Tatorts stammen beide aus Baden (Heidelberg und Mannheim). Felix Klare sieht sich sogar praktisch als Freiburger.

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[Foto: dpa]