Tanz, Installationen, Party: Am Samstag findet Ufer 2.0 im Südufer statt – mit DJ Heroin

Bernhard Amelung

Herausfordern, Horizonte erweitern, erfreuen und vielleicht ein wenig verstören soll die Veranstaltung Ufer 2.0. Sie verbindet Tanzperformance mit digitaler Kunst und Party.

Seine Musik müsse eine Chance haben, sich allein auszudrücken. Was der Komponist Arvo Pärt in einem Kommentar zu seinem Chor- und Orchesterwerk "Summa" forderte, könnte man auch DJ Heroin als Aussage zuschreiben. Anders als Pärts Neue Musik sind seine Stücke jedoch nicht von einem musikalischen Minimalismus geprägt. Im Gegenteil.


Was als Sound Mitte der Nullerjahre aus den Jugendzimmern der Bay Area in Kalifornien und Vororten Londons auf den europäischen Kontinent kam, lebt von geradezu monumentalen Klängen. Von opulent und gleichzeitig entrückt flirrenden Synthesizern, getragen und angetrieben von pulsierenden Beats. Rap, Trap, Synthpop, elektronische Musik – aus diesen Genre speisen sich die Stücke von Crack Ignaz, Yung Hurn und LGoony, die deutschsprachigen Aushängeschilder dieser Musik.



So exzentrisch ihr künstlerischer Ausdruck – ihre hymnischen Songs erinnern an Klang gewordene Skulpturen des New Yorkers Jeff Koons –, so introvertiert geben sie sich oft bei Auftritten; wollen nicht, dass diese groß angekündigt werden. Ob das nun innere Haltung oder ironische Attitüde ist, bleibt unbekannt. Fest steht: Auf der Veranstaltung Ufer 2.0 im Südufer in Freiburg haben DJ Heroin, Produzent von LGoony, und ein noch unbekannter Gastmusiker die Chance, sich allein durch ihre Musik auszudrücken.

Deren Auftritte werden an diesem Samstagabend eingebettet in DJ-Sets von nunu und Urte, Resident-DJ und Veranstalterin des Vapor Club; eine Partyreihe für diverse Spielarten der Bassmusik, die sowohl Londoner Grime als auch "electronic lightcore" umfasst. So beschreibt LGoony seinen Sound auf seinem Twitter-Profil, das legte Hnrk, der zum musikalischen Umfeld von LGoony zählt, im April beim Vapor Club auf.



Urte wird auch die Tanzperformance von Karolin Stächele mit einem experimentellen DJ-Set begleiten. Die Grafiker und Designer Katrin Krumm und Immanuel Calvin Herchenbach setzen die Tanzperformance, DJ-Sets und den Live-Auftritt mit ihren Visuals effektvoll und bildkräftig in Szene. So treffen in dieser Nacht Tanzperformance auf digitale Kunst und Party, "bling bling mit Theorieseminar und dekonstruktivistische Tanzperformance mit destruktiver Bassperformance", wie die Veranstalter auf ihrer Facebook-Seite schreiben. Sich selbst wieder aufbauen kann der Besucher dann am Sonntag.

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