Tag der Vielfalt an der Uni: Informationsbörse zu psychischen und chronischen Erkrankungen

Christina Fortwängler

Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Legasthenie oder Dyskalkulie. Das sind Beispiele für Krankheitsbilder, die den Uni-Alltag von Studierenden und Lehrenden behindern - ohne dass man es ihnen direkt ansieht. Um für das Thema zu sensibilisieren und Betroffenen Anlaufstellen zu bieten, veranstaltet die Uni Freiburg am Freitag den zweiten "Tag der Vielfalt".



Wer eine psychischen Krankheit wie Depressionen oder Angststörungen hat, studiert anders als seine Kommilitoninnen und Kommilitonen. Manchmal fehlt vielleicht die Kraft, ein Seminar zu besuchen, gesundheitliche Hürden erschweren den Uni-Alltag. Verständnis aus dem Umfeld ist dann nicht selbstverständlich, weil die Krankheitsbilder auf den ersten Blick nicht sichtbar sind oder artikuliert werden.


Für solche nicht sichtbaren Erkrankungen zu sensibilisieren und eine Anlaufstelle für Betroffene zu bieten, bemüht sich die Uni Freiburg am kommenden Freitag, 15. November 2013. "Tag der Vielfalt" heißt die Veranstaltung, die von 9 bis 16 Uhr in der Aula des KG I stattfindet.

Unter dem Motto „Mehr, als du sehen kannst – More than you can see“ geht es um solche Erkrankungen von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden, die nicht sofort wahrgenommen werden. Dazu gehören Legasthenie und Dyskalkulie, Essstörungen, chronische Magendarmerkrankungen, Aufmerksamkeits- oder Persönlichkeitsstörungen sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen, die zunehmend beobachtet würden, sagt Aniela Knoblich, Leiterin der Staabstelle Gender and Diversity an der Universität Freiburg. „Das Thema erhält zunehmend Aufmerksamkeit und wird immer öfter von Studierenden angesprochen, die zum Beispiel Prüfungsängste haben und dazu Beratung suchen."



Beratung rund um diese Erkrankungen gibt es am Freitag in Form einer Informationsbörse in der Aula, bei der sich die Anlaufstellen der Universität Freiburg und einige externe Ansprechpartner und Selbsthilfegruppen präsentieren. Außerdem soll an 20 verschiedenen Stellen in den Unigebäuden ein extra für diesen Tag produzierter Film gezeigt werden. In knapp zwei Minuten wird anhand des Audimax gezeigt, wie viele Angehörige der Uni potentiell von verschiedenen Symptomen und Krankheitsbildern betroffen sein könnten. „Es soll so sein, dass möglichst alle, die an der Uni ein und aus gehen, diesen Film an verschiedenen Orten sehen und gar nicht umhin kommen, sich damit auseinanderzusetzen“, erklärt Knoblich.

Damit können auch Nicht-Erkrankte von der Veranstaltung profitieren. Man wolle dafür sensibilisieren, dass es keine Randerscheinung sei und was es heiße, eine solche Einschränkung zu haben und deswegen Unterstützung zu brauchen, sagt Aniela Knoblich. Zum Beispiel, dass man sich im Falle von Depressionen Dozierenden erklären könne. „Dann hat es einen anderen Charakter, als wenn man einfach darüber schweigt und jemand ohne Grund fernbleibt."

Mehr dazu:

Was: "Tag der Vielfalt" 2013 zu nicht-sichtbaren Behinderungen mit Informationsbörse und Filmpräsentation
Wann: Freitag, 15. November 2013, von 9 bis 16 Uhr
Wo: in der Aula des Kollegiengebäudes I, Platz der Universität, 79098 Freiburg