Swati - ein Freiburger Bier mit Sex gemischt

Adrian Hoffmann

Die Vermarktungsidee ist einfach: Sex sells. Eine Frau aus Freiburg hat ein neues Szenegetränk erfunden, das angeblich Lustempfinden und Libido steigern soll: Swati. Im fudder-Gespräch erläutert die Swati-Erfinderin Barbara Burkhardt, wie Swati wirkt - und warum sie das Getränk nicht als flüssiges Viagra verstanden wissen will.



Was für ein Bier-Mix! Mit einem Lust machenden Maya-Kraut drin, das nach dem Genuss angeblich das Blut durch die Lenden schießen lassen soll. Barbara Burkhardt, die Chefarztmanagerin am Freiburger Sankt Josefskrankenhaus, kam auf die anregende Idee, ein Mischgetränk der ungewöhnlichen Art anzubieten ? und will ihr “Swati” jetzt schnellstens an möglich viele Bars verkaufen. Das rote Zeug könnte einschlagen. Allerdings nur wenn’s wirklich wirkt: Der Markt Szenegetränke ist sehr hart umkämpft und Absatzerfolge haben vor allem zu tun mit der Höhe von Marketingbudgets.


Die Vorgeschichte: Barbaras Freundin Sabine verzweifelte daran, ihren Traummann nicht in die Kiste zu kriegen und heulte sich bei ihr aus. Ob sie denn nichts in ihrem Schränkchen habe, fragte Sabine sie. Ob es denn da keinen Trank gebe, einen mit einer Wirkung, die das Feuer der Leidenschaft entfacht? Tja, und da war sie, die Einleuchtung: Der Menschheit fehlt ein Getränk, das stimulierend wirkt. Barbara fasste den Entschluss, es zu entwickeln.

Zuerst ging sie zur Condomeria und ließ sich Tipps geben, was auf dieser Welt - wie auch immer - erregend wirkt. Der Brauerei Ganter präsentierte sie später ihr Vorhaben. Die Chefs seien angetan gewesen. Sie stellten ihr prompt zwei Mitarbeiter zur Verfügung, mit denen sie nächtens verschiedene Kräuter auf dem Bunsenbrenner verkochten und probierten. Barbara versichert, dass es trotz aphrodisierten Männern nicht zu Swinger-Partys gekommen sei. “Appetit holen darf man sich ja, das Essen gibt es dann daheim”, sagt sie und lacht verschlagen. “Swati wirkt anregend, es ist aber kein flüssiges Viagra!” Insofern taugt es auch nicht als Ausrede für Ausrutscher.

Natürlich musste die Wirkung im Vorfeld mal gestestet werden. Es gab eine Art Studentenparty, zu der 60 Gäste eingeladen wurden, und Barbara hatte den Eindruck, als hätte Swati auf viele eine etwas anheiternde Wirkung, die Flirtrate stieg nach oben. Auch bei einer privaten Party ging das Biermischgetränk gut weg, und ein Kumpel schickte ihr danach eine SMS mit dem Text: “Ich bin dauergeil.” Was Barbara natürlich auf Swati zurückführt, aber durchaus auch andere Gründe haben kann.

Eine der stimulierenden Pflanzen, deren Extrakt in Swati enthalten ist, heißt Damiana und kommt aus Südamerika. Schon die Mayas sollen dieses Mittelchen gekannt haben. Damiana blüht gelb und wird gerne auch “Kraut des Hirsches” oder “Zerreißt dem Mann das Hemd” genannt. Die Frage ist eben, wie viel Wahrheit zu den erotischen Gerüchten hinzukommt. Vielleicht ist es auch nur die rote Farbe des Granatapfels, der einen aphrodisierenden Eindruck vermittelt ? die drei Prozent Alkohol und der Koffeinanteil tun ihr übriges. Allerdings steht auf dem Etikett nichts von Aphrodisiakum - das verbietet das Apothekergesetz.

Was Barbara allerdings nicht davon abhält, mit dieser Wirkung zu werben. Und gut für sie, dass sie Kontakt zu einem RTL-Regisseur hat. Auf der Website des Senders wird demnächst eine Internetsoap gestartet, die sich rund um das Geschehen in einer Swati-Bar dreht ? mit allem, was dazugehört: Liebe, Sex, Intrigen und Crime. Barbara hofft, dass Swati dank dieser Online-Kampagne über Freiburg hinaus bekannt wird. Kölner und Berliner In-Bars haben, sagt sie, schon Interesse. Ihre Trinkempfehlung: Swati schön kalt trinken - und mit Wodka kombinieren.